Die Polizei hat einen Zoombomber ermittelt

Das Phänomen Zoombombing

In letzter Zeit gibt es immer wieder Berichte über Zoombombing an Schulen. Der Begriff Zoombombing wurde schon am Anfang der Corona-Pandemie geprägt, als immer mehr Videokonferenzen von Trollen gestört oder sogar übernommen wurden. Das traf auch Wahlkampfveranstaltungen und öffentliche Diskussionsrunden. Der Begriff ist von der meistverbreiteten Videokonferenzlösung Zoom aus den USA inspiriert, aber auch alle anderen Videokonferenzlösungen stehen im Fokus von Trollen.

Aktuell trifft es aber vermehrt die Schulen. In der letzten Woche wurden solche Vorfälle in Baden-Württemberg, Hessen und Bayern bekannt, bei denen auch Nacktbilder und pornografische Darstellungen auf Lernplattformen von Grundschülern auftauchten.

Erster Zoombomber ermittelt

Nach einem entsprechenden Vorfall in einer Mittelschule im Unterallgäu konnte die Polizei jetzt den mutmaßlichen Täter ermitteln. Ein 21-Jähriger aus Augsburg habe sich “mit Unterstützung eines Schülers unberechtigt Zugang zum aktuell stattfindenden Online-Unterricht einer 9. Klasse verschafft” verschafft, informierte die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg.

In der Konferenz habe er den laufenden Unterricht immer wieder massiv mit lauter Musik, Gesängen, Zwischenrufen und Provokationen der Lehrer gestört, was einen geregelten Unterricht nicht mehr möglich machte, erläutert der Generalstaatsanwaltschaft. Danach seien dann auch noch zusammengeschnittene Aufzeichnungen der Aktion auf einem Youtube-Kanal veröffentlicht worden, in denen auch unerlaubt gemachte Aufnahmen der betroffene Lehrer gezeigt wurden.

Über den Youtube-Kanal erwischt

Auf diesem Youtube-Kanal seien “regelmäßig ähnliche Videos verbreitet” worden. Durch die “akribische Auswertung” der dort veröffentlichten Inhalte konnte der 21-Jährige dann durch Polizeikräfte des Fachkommissariats Cybercrime der Kriminalpolizeiinspektion Memmingen als mutmaßlicher Täter ermittelt werden.

Vor drei Tagen wurde daraufhin die Wohnung des Beschuldigten durchsucht und dessen Computer und Mobiltelefone sichergestellt, die jetzt ausgewertet würden, heißt es in der Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft“Gegen den 21-Jährigen wird nun wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes in mehreren Fällen ermittelt. Das Gesetz sieht hierfür eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren vor.”

Das Überlassen von Zugangsdaten gilt als Beihilfe

Weil der Beschuldigte über Zugangsdaten in die Videokonferenz der Schule eingedrungen sein soll, die er von einem 14-Jährigen Schüler der betroffenen Klasse bekommen haben soll, wurde gegen diesen nun auch ein Verfahren wegen Beihilfe eröffnet.

Auch dessen Smartphone sei sichergestellt worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Das hatte vermutlich damit zu tun, dass der 21-jährige Beschuldigte die Besucher seines Youtube-Kanals immer wieder aufgefordert habe, im Zugangsdaten zu Videokonferenzen zukommen zu lassen…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines, Internet, News, Sicherheit, Soziales, Störung abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.