Die Situation in Griechenland am Tag des Euro-Gipfels

Am heutigen Tag des Euro-Gipfels sendet das Auslandsjournal im ZDF um 22:25 Beiträge zu den Themen „Der griechische Patient – Wie Sparzwänge und Misswirtschaft ein Land krank machen“ und „Der Euro in der Krise – Kann die EU die Gemeinschaftswährung noch retten?“.

Besonders aufschlussreich ist dabei schon die aktuelle Beschreibung der Situation in Griechenland nach der ZDF-Senderinformation. Stellen Sie sich das mal in Deutschland vor, dann verstehen Sie auch den Widerstand oder die Resignation der griechischen Bevölkerung. Die Massnahmen der Troika haben die griechische Wirtschaft schon jetzt ohne Sinn und Verstand komplett in den Abgrund gezogen, deshalb muss ja heute beim Euro-Gipfel über den „Haircut“ (Schuldenerlass) verhandelt werden.

Die ZDF-Senderinfo dazu:

„Griechenland steckt tief in der Krise. Mit Spannung werden nun die Ergebnisse des Euro-Gipfels am Mittwoch erwartet. Sicher ist aber, dass die Troika aus EU, EZB und IWF das Land weiterhin zum radikalen Sparen anhalten wird.

Die Auswirkungen sind besonders im griechischen Gesundheitssystem stark zu spüren. Viele staatliche Krankenhäuser können Gehälter und Rechnungen kaum noch zahlen. Vor kurzem hat das Schweizer Pharmaunternehmen Roche die Medikamentlieferung an mehrere zahlungsunwillige Krankenhäuser in Griechenland eingestellt. Viele Einrichtungen waren mit ihren Zahlungen bereits mehrere Jahre im Rückstand.

Insbesondere die Patienten bekommen das zu spüren. Nicht nur Engpässe in der Medikamentenversorgung stehen zu befürchten. Kaum eine Behandlung läuft in griechischen Krankenhäusern noch ohne ‚Fakelaki‘ – den kleinen Umschlag. Ohne das kleine oder auch große Extrageld macht kaum noch ein griechischer Arzt einen Finger krumm. Für eine lebensnotwenige Operation müssen Patienten nicht selten Summen im
vierstelligen Bereich berappen.

Da wundert es auch nicht, dass sich Ärzte aus staatlichen Krankenhäusern trotz niedrigem Gehalt und Wirtschaftskrise ein Leben im Luxus leisten können. Überdies treiben Krankheit und Geldnöte immer mehr Griechen in den Selbstmord.

Presseberichten zufolge ist die Suizidrate im ersten Halbjahr 2011 um rund 40 Prozent gestiegen. ZDF-Korrespondentin Antje Pieper berichtet über ein krankes Gesundheitssystem. „

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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