Die Sparkassen wollen bei Apple Pay mitmachen

ApplePayEs ist bald zum Heulen: Anstatt mit ihrer eigenen Marktmacht selbst einen Standard für mobiles Bezahlen zu setzen, wollen europäische Banken wie die Sparkassen jetzt ausgerechnet beim unsozialen Apple-Konzern mit ins Boot. Online-Bezahlen für Menschen, die es sich leisten können Schrott zu kaufen – dafür aber zum doppelten Preis.

Morgen startet Apples Bezahlsystem „Pay“, allerdings erst mal nur in den USA. In den Staaten hat die Firma einige Großbanken und auch die Kreditkartenfirmen American Express, Visa und Mastercard mit im Boot.

Nach einem Bericht der Financial Times kassiert Apple bei einer Transaktion pro 100 Dollar eine Gebühr von 15 Cent, wenn der Kunde Bezahldienst Apple Pay dafür nutzt.

Diese Verträge sollen zwischen dem iPhone-Hersteller und den US-Banken schon existieren. Das Wirtschaftsblatt bezeichnet den Deal als „beispiellos“. Denn der Konkurrent Google erhält bei seinem eigenen NFC-basierten Dienst (Wallet App) keinen Transaktionsanteil.

Für Europa hat auch schon Visa Interesse angemeldet. Jetzt haben sich nach einer Vorabmeldung des Spiegel sogar die deutschen Sparkassen ins Spiel gebracht.

Die Sparkassen wollen ins gemachte Bett – trotz hohem Risiko

Nach dem Spiegel-Bericht hat sich der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) für den Fall der Einführung von Apple Pay auch in Deutschland vorsichtshalber schon mal bei dem amerikanischen Konzern gemeldet und erläutert: „Wenn das System in Deutschland eingeführt wird, kommt Apple an den Sparkassen nicht vorbei. Wir wären an einer Zusammenarbeit sehr interessiert.

Rüdiger Filbry von der Beratungsgesellschaft BCG hält den Flirt der Finanzkonzerne mit Apple allerdings für ziemlich riskant: „Wenn die Banken sich mit Apple verbünden, treiben sie ein Spiel mit dem Beelzebub.

Apple werde dann nämlich versuchen, über den Zahlungsverkehr hinaus noch weit mehr Bankgeschäft an sich zu ziehen. Das Kernziel der Banken müsse eigentlich sein, „sich als Gruppe im Zahlungsverkehr gegen Angebote von außen abzuschotten.

Sparkassen technologisch zu rückständig für ein Online-Bezahlsystem

ApplePayAESchon lange hätten europäische Banken wie die mächtigen Sparkassen ein Gegengewicht zur (Noch-)Ebay-Tochter PayPal installieren und damit ihren Anteil an den Geschäften von morgen sichern können. Hier im Blog haben wir das schon einige Male thematisiert.

Interessant ist übrigens in dem Zusammenhang: Wäre es nach Apple gegangen, wäre eben dieser Online-Bezahldienst PayPal, der Weltmarktführer der Branche, einer der bevorzugten Bezahlmethoden für das neue Apple Pay geworden. Auf der Webseite der Bank Innovation liest man. dass Apple schon mit PayPal im Gespräch über eine Kooperation war.

Die Gespräche wurden übrigens in dem Moment abrupt von Apple beendet, als die Jungs aus Cupertino erfuhren, dass PayPal beim Bezahlen mit Smartphones schon mit Samsung zusammenarbeitet.

PayPal hatte nämlich schon einen Vertrag mit Apple-Konkurrent Samsung abgeschlossen, in dem festgelegt ist, dass sich PayPal-Zahlungen mit dem Fingerprint-Sensor des Samsung Galaxy S5 autorisieren lassen.

Inzwischen hat Apple seinen Ex-Wunschpartner sogar explizit von der Teilnahme an Apple Pay ausgeschlossen – das sollte den Sparkassen eigentlich zu denken geben, aber womit?

Es gibt ja weitaus mehr Handys, die wie Samsung mit Googles Android arbeiten, als iPhones von Apple. Auch der Hack von Apples iCloud mit nachfolgendem Diebstahl der Nacktfotos vieler Prominenter zeigt Apple nicht unbedingt als Sicherheitsprofi des Kalibers, das für einen Bezahldienst absolut notwendig ist.

Die Sparkassen haben keine Eier – und weiter oben fehlt’s auch

Wer keine Eier in der Hose stecken und auch vergessen hat, „hier“ zu schreien, als Gott die Intelligenz verteilte, beschäftigt sich lieber damit, Opa ein paar faule Derivate anzudrehen und Omas Geld auf einem Sparbuch zu 0 % anzulegen – das übliche Tagesgeschäft eben.

Das können die Burschen von der Sparkasse, die ja auch in der aktuellen Werbung darauf bestehen, keine Bank zu sein, und mit diesem Schritt in Richtung Apple bestätigen sie: sie sind auch keine.

Sollte es klappen mit der Zusammenarbeit von Sparkassen und dem Global Player aus den USA, der in Deutschland noch nicht mal Steuern bezahlt. wissen demnächst auch die Geheimdienste NSA und GCHQ, wieviel von Omas Kohle auf dem Sparkassenkonto zu 0 % verschimmelt und wieviele faule Derivate in Opas Sparkassendepot vor sich hin gammeln.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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4 Antworten zu Die Sparkassen wollen bei Apple Pay mitmachen

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