Die Telekom schlägt 1&1 beim Connect-Test 2018

Irgendwie will es nicht wirklich gut laufen bei 1&1 und den Connect-Tests. Im letzten Sommer 2017 hatte der Provider aus Köln zwar den Test vor der Telekom gewonnen, aber dann rechtliche Probleme mit seiner Werbung unter dem Titel „Das beste Netz gibt’s bei 1&1!“ bekommen.

In diesem Jahr musste 1&1 den Testsieg dann auch noch an den Konkurrenten Deutsche Telekom abgeben.

Sie kennen ja vermutlich noch die 1&1-Werbung aus dem letzten Jahr mit einem Mitarbeiter, der sich an einem Hochhaus abseilen lässt, um ein Riesenplakat glatt zu ziehen, das ein schon vorhandenes gleich großes Plakat der Telekom dann überdeckt?

Nutzung vom Markenzeichen des Wettbewerbers

Das Plakat der Telekom hätten die Werbestrategen von 1&1 besser nicht in ihrer Werbung nutzen sollen, denn genau das Zeigen der eingetragenen Markenzeichen der Telekom (u.a. das „T“ – Zeichen und die Farbe Magenta) im Rahmen der Werbung hat.das OLG Köln 1&1 im September 2017 in allen Medien verboten.

Und nicht nur das: Der Hammer war eigentlich die Feststellung des Gerichtes, dass hier ein Fall von Raider und Twix vorliegt.

2017: Dreister Etikettenschwindel wie bei Raider und Twix

Als besonders dreist wurde die Werbung aber aus einem anderen Grund verboten. Das Gericht sagte im letzten September, die Werbung sei irreführend, weil sie dahin verstanden werden könne, dass die Firma 1&1 selbst Inhaberin eines eigenen, vom Netz der Antragstellerin und anderen Anbietern im Wesentlichen unabhängigen Netzes sei und sich so von anderen Anbietern abgrenze.

In Wirklichkeit greife die Firma aber wesentlich auf die Netze anderer Anbieter, unter anderem auch auf das Netz der Telekom, zurück und nutze diese, weshalb das OLG Köln es 1&1 auch untersagt hat, mit der Aussage „Das beste Netz gibt’s bei 1&1“ in Printmedien, auf Plakaten, im Internet und in einem Fernseh-Werbespot zu werben.

Das hat 1&1 2017 auch letztlich diese Einstweilige Verfügung eingebracht, denn eingetragene Markenzeichen der Konkurrenz dürften zwar grundsätzlich im Rahmen zulässiger vergleichender Werbung genutzt werden, dies gelte aber nicht, wenn die Werbung, wie vorliegend, irreführend sei.

2018: 1&1 muss den Spitzenplatz im Test abgeben

Und in diesem Jahr kommt es noch schlimmer: 1&1 hat im Festnetztest 2018 der Zeitschrift Connect den ersten Platz jetzt an die Deutsche Telekom abgeben müssen.

Das gab gestern der Verlag Weka Media Publishing bekannt. Bei Telefonie als auch bei Breitband-Internet zeigte die Telekom sehr gute Leistungen in fast allen Einzelwertungen und bekam dafür 447 Punkte.

1&1 wollte in diesem Jahr gar nicht mitmachen

Dabei hatte die 1&1 Telecommunication noch im März 2018 erklärt, im diesem Jahr nicht am Festnetztest von Connect teilnehmen zu wollen. Als Grund dafür nannte 1&1 zahlreiche interne Großprojekte nach dem Zukauf des Providers Drillisch AG.

„In diesem Jahr werden wir leider den Spagat zwischen einer optimalen Betreuung des Connect-Tests und unseren zahlreichen Großprojekten im Rahmen des Zusammenschlusses mit der Drillisch AG nicht optimal hinbekommen“, sagte dazu schon der Vorstandschef von 1&1 Telecommunication Martin Witt.

Connect-Chefredakteur Marc-Oliver Bender betonte, der große Marktteilnehmer könne sich diesem Test nicht einseitig entziehen. „Auch findet dieser Test schon aus Neutralitätsgründen gänzlich ohne Unterstützung der Netzanbieter statt, so dass keine Ressourcen auf Seiten der Anbieter nötig sind.“

Frechheit siegt halt nicht immer

Man muss es schon Chuzpe nennen, wenn ein Unternehmen nur dann an einem Test teilnehmen will, wenn es auch sicherer Sieger sein kann!

Dritter wurde in dem Test übrigens diesmal trotz aller Probleme mit Routerumstellungen beim Kabelfernsehen der Kabelprovider Unitymedia, der gerade von Vodafone übernommen werden soll.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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