Die Telekom will die Inhalte des Internet kontrollieren

telekomEs geht nach Ansicht von Golem nicht wirklich um die Kosten für den Breitbandausbau, denn die vielen Smartphones, deren zusätzlicher Verkehr ja angeblich die Notwendigkeit erzeugt, die Flatrates fallen zu lassen, haben ja auch entsprechende zusätzliche Verträge, bei denen sich die Telekom nicht über den Preis pro Megabyte beschweren kann.

Da kriegt der Verbraucher ja für 20 Euro nur magerste 200 Mbyte, dann wird er schon gedrosselt. Das reicht eigentlich noch nicht mal für einen Tag, geschweige denn für einen Monat.

Bei der DSL-Drosselung geht es in Wirklichkeit um die Kontrolle über die Inhalte, dafür läutet die Deutsche Telekom das Ende der Flatrate ein.

Es ist ein Versuch, den eigenen Dienstangeboten wie Spotify, Entertain oder Voice over IP-Telefonie einen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb zu verschaffen.

Das ist gefährlich, weil es das Prinzip der Netzneutralität zerstört – und das geht jeden an.

Ab Mai will die Telekom Privatkunden nur noch Drossel-Tarife anbieten wie bei Mobilfunkverträgen Usus.

Ist das Kontingent dann verbraucht, haben die Telekom-Angebote gegenüber allen Konkurrenten den Vorteil, dass sie nicht gedrosselt werden.

Wer lieber mit Skype als mit der Telekom VoIP-Gespräche führt oder eine andere Online-Videothek benutzt, muss dann zuzahlen, bei Telekom-Diensten aber nicht. Die gedrosselte Übertragungsrate ist mit 384 kBit so bemessen, dass selbst die pixeligen YouTube-Videos nicht mehr gescheit nutzbar sind.

Viele Dienste vom Cloud-Computing bis hin zu Computerspielen wie Sim City brauchen heute eine konstante Verbindung zum Internet, sonst funktionieren sie nicht. Deshalb darf man auch Cloud-Speicher und Spiele nur noch von der Telekom kaufen oder mieten, wenn man nicht draufzahlen möchte.

Das ist nicht nur ein übler Schachzug der Telekom, sondern schon Mißbrauch einer marktbeherrschenden Stellung! Konkurrent Vodafone wollte übrigens auch sofort mitmachen, hat aber nach dem Aufschrei, der durchs Netz und durch alle Medien ging und noch geht, schnell wieder den Schwanz eingezogen.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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