Die Zwangsumstellung auf intelligente Stromzähler

Intelligenter_zaehler-_Smart_meterLinke und Grüne sehen den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur „Digitalisierung der Energiewende“ sehr kritisch.

Die „intelligenten Meßsysteme„, die nach dem Willen der Regierung in Haushalte und Betriebe einziehen sollen, „erfassen dann rund um die Uhr, wann und wie viel Strom Sie verbrauchen und übermitteln dies sofort dem Netzbetreiber„, warnte Ralph Lenkert von der Linksfraktion am Freitag bei der 1. Lesung des Vorstoßes im Bundestag.

Die Mehrkosten für diesen „Service“ lägen bei 60 Euro, „20 Euro zahlen Sie noch jährlich für die Datenauswertung„.

Lenkert schätzt die Gefahr, dass mit den sensiblen Verbrauchsinformationen Schindluder betrieben werde, sehr hoch ein. Schon heute interessierten sich zum Beispiel die Lebensversicherungen dafür, ob in einer Wohnung der Fernseher 24 Stunden lang laufe und ob gleichzeitig ab und zu der Kühlschrank geöffnet werde. Mit einem solchen Verhalten seien höhere Beiträge vorprogrammiert.

Oliver Krischer von den Grünen sieht als Grundproblem der Initiative neben offenen Datenschutzfragen: „Sie wollen Leuten Zähler vorschreiben, aber können Ihnen keinen wirklichen Benefit bieten.“ So fehle für“lastabhängige Tarife“ eine Regelung.

Haushalte unter 6000 kWh Jahresstromverbrauch sollten bei dem Vorhaben ja eigentlich zunächst außen vor bleiben, aber der Vermieter könnte dort trotzdem einbauen lassen.

Den Eigenerzeugern mit Photovoltaik-Anlagen würden neue Messgeräte vorgeschrieben, obwohl diese häufig nur aus Engagement für die Umwelt und ohne Gewinnerzielungsabsicht handelten. Ingesamt würden „Ungleichbehandlung und Zwangsbeglückung“ die Akzeptanz der neuen Technik zerstören.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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