Dramatische Stunden für die Türkei

Vielleicht müssen wir uns ja von unseren betriebsblinden Regenten in Berlin ja doch nicht militärische Ehren und Festbankette für Verbrecher wie den Türken Recep Tayyip Erdogan vorführen lassen.

Aktuell machen zwei der übelsten Autokraten und vor allem Egomanen dieser Welt sich selbst und ihre Staaten gerade ein- und gegenseitig fertig.

Es scheint inzwischen so, als habe der Sultan vom Bosporus die Zeichen der Zeit nicht erkannt – weshalb ich dem Islamisten aus der Türkei mit der Fistelstimme das nebenstehende neue Verkehrszeichen Nummer 666 (Achtung, Trump!) gerne ans Herz legen möchte…

Harter Schlag von Trump gegen Erdogan

Soeben gehen Eilmeldungen durch die Nachrichtenseiten, dass der US-Präsident Donald J. Trump die Strafzölle auf Aluminium und Stahl für das Neue Osmanische Reich des Recep Tayyip Erdogan ab sofort auf 20 % (Aluminium) bzw. 50 % (Stahl) heraufgesetzt hat.

Natürlich kündigte das US-Frettchen mit dem darunter getackerten Trump die Verdopplung der Strafzölle für die Türkei vor einer guten Stunde wie immer über einen Tweet bei seinem Lieblingsmessenger Twitter an.

Erdogans Geisel-Erpressungs-Trick zieht bei Trump nicht

Erdogan hat bei einer seiner üblichen Erpressungen, bei denen er Bürger „befreundeter“ Staaten ins Gefängnis werfen lässt, um sie dann zum Austausch gegen seine als „Terroristen“ bezeichneten Gegner in diesen Ländern anzubieten, die Rechnung ohne den Trump gemacht.

Der Versuch mit dem US-Pastor Andrew Brunson führte vergangene Woche zur Verhängung von gegenseitigen Sanktionen.

Mit dem deutschen Journalisten Deniz Yücel hat der türkische Diktator dasselbe ja auch schon versucht – und ist gescheitert.

Den freien Fall der Lira hat das Machtspiel dramatisch beschleunigt

Für einen Euro waren heute Nachmittag schon fast 8 Lira fällig. Erdogan macht den Westen für den Verfall der türkischen Währung verantwortlich und rief alle Türken heute im nordtürkischen Bayburt auf, mit Euros, Dollars und Gold, das sie noch „unter dem Kissen“ haben, in türkische Banken zu gehen und diese Werte gegen türkische Lira zu wechseln.

Aber wer tauscht schon hochwertiges Geld oder Gold gegen Lirascheine, die auf dem Weg zum Wert von (gebrauchtem) Klopapier sind? Ich kenne viele Türken, und so dumm ist wirklich keiner von ihnen.

Gott gegen Dollar – wer gewinnt, kriegt ’nen Euro

Auch Erdogan selbst ist nicht unbedingt blöd – halt nur größenwahnsinnig. Das erklärt auch seine Feststellung bei der Rede in Bayburt: „Vergesst nicht, wenn sie ihre Dollars haben, dann haben wir unser Volk, unseren Gott.“ Das sind schon recht verzweifelte Durchhalteparolen.

Für die türkische Geldpolitik ist aber nicht irgendein Gott, sondern inzwischen einzig und allein Recep Tayyip Erdogan verantwortlich. Er titulierte sich selbst einen „Gegner der Zinsen“ und kündigte an, eine größere Kontrolle über die Geldpolitik auszuüben.

Das tat er dann auch und verbot der türkischen Nationalbank die dringend nötige Zinserhöhung – seitdem kennt die Lira nur noch eine Richtung, nämlich abwärts.

Gegen seine türkischen Gegner mag der Despot ankommen, und gegen kriegsmüde Kurden und Syrer auch – aber niemals gegen die Weltwirtschaft!

Rette sich wer kann

Jeder versucht jetzt verzweifelt, seine türkischen Engagements noch irgendwie los zu werden, denn türkische Staatsanleihen nähern sich ja immer mehr dem Wert von Wandtapeten an.

Und im Hintergrund drohen Kapitalverkehrskontrollen, die das Herausbekommen von „echtem“, sprich: werthaltigem Geld aus der Türkei nahezu unmöglich machen dürften – und letztlich dann auch die Staatsinsolvenz.

Dann kann der Sultan vom Bosporus wohl nur noch das Gold von Wänden und Stühlen seines Protzpalastes im Naturschutzgebiet abkratzen – und auch das dürfte kaum helfen…

Screenshot: ntv

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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