Einzelhändler in den USA bekämpfen Apples Bezahldienst Pay

ApplePayIn dieser Woche startete der mobile Zahlungsdienst Apple Pay in den USA und löste damit einen harten Konkurrenzkampf aus.

Viele amerikanische Händler wollen nämlich im kommenden Jahr das neue mobile Zahlungssystem CurrentC verwenden.

Die Unterstützer von CurrentC sollen ihre Kassensysteme jetzt so eingestellt haben, dass sie nicht mit der Apple-Lösung Pay funktionieren, berichtet The Verge.

Schon die bisherige Abhängigkeit von den Kreditkartenunternehmen, mit denen Apple ja auch bei Pay zusammenarbeitet, ist den Händlern zuviel und zehrt stark an den Margen.

Bei Pay verdient ja zusätzlich auch noch Apple ohne eigene Leistung 15 Cent pro 100 Dollar-Transaktion mit.

In den USA ist die Bezahlung auch sehr kleiner Beträge per Kreditkarte völlig normal, wie ich bei mehreren Besuchen dieses Landes feststellen musste. Wenn Sie da ein paar Bonbons für 50 Cent mit der Kreditkarte bezahlen, ist das in Ordnung. Holen Sie aber Cash aus der Tasche, werden Sie angesehen, als seien Sie ein Mafioso.

Auch in Europa, zumindest aber in Deutschland wäre ein eigenes Bezahlsystem ohne Kreditkartengesellschaften aus den USA für alle direkt Beteiligten sicher die bessere Lösung – selbst wenn sich die deutschen Sparkassen schon mal vorsichtshalber bei Apple anbiedern.

Die Anti-Apple-Pay-Allianz in den USA ist groß und mächtig: Nicht nur Walmart, auch  7-Eleven, Kmart, Best Buy, Dunkin‘ Donuts, Wendy’s, Gap, Old Navy, Kohls, Lowes, Sam’s Club, Sears, Bed, Bath & Beyond, Banana Republic, Stop & Shop und einige große Tankstellenketten unterstützen CorrentC. So ist ein wichtiger und einflussreicher Teil des amerikanischen Einzelhandels in dies Konzept eingebunden und will verhindern, dass auch Apple jetzt die Kassen plündert.

Apple dagegen hat echte Probleme, überhaupt Handelspartner zu finden. Aktuell behauptet der Konzern, für Pay mit 34 Handelspartnern zusammenzuarbeiten. Dabei ist natürlich einer davon Apple selbst, und die verbleibenden 33 Partner verringern sich auch schon auf nur noch 26, weil dabei gleich acht! Ableger von Foot Locker mitgezählt wurden.

Die Gang aus Cupertino muss es ja wirklich nötig haben…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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