Endet mit der Umfrage dazu auch die Zeitumstellung?

Sie begann Anfang Juli mit verstopften Servern und endete gestern Abend um 23 Uhr wieder mit verstopften Servern: Die Umfrage der EU zur Abschaffung der sinnfreien und belastenden Zeitumstellung.

Die Abstimmung stößt nach Angaben der zuständigen EU-Kommission auf riesiges Interesse bei den 500 Millionen EU-Bürgern. „Wir haben bereits zur Hälfte der Laufzeit mehr als eine Million Antworten registriert“, gab ein Kommissionssprecher eine Wasserstandsmeldung heraus.

Ergebnisse kommen wie beim Ochsen die Milch

Es war eine digitale Abstimmung im Internet – da sollte auf Knopfdruck auch das Ergebnis verfügbar sein. Aber wenn nach Ende der Abstimmung gestern Abend keinerlei Infos über das Ergebnis kamen und heute die frühen Nachrichtenkanäle nur etwas zur „Wahlbeteiligung“ (sprich: Teilnehmerzahl) sagen wollen, dann ist etwas faul im Staate Europa!

Man denkt dann eher an despotisch regierte Staaten in Afrika, wo Ergebnisse zurückgehalten werden, wenn sie dem Herrschenden nicht passen…

Der Schwachsinn gegen die Natur ist politisch gewollt

Man muss nicht den ganzen Tag Sting’s Synchronicity vor sich herpfeifen, um zu erkennen, auf welchem Altar seit 1980 die Gesundheit der Deutschen den Interessen von Politik und Wirtschaft geopfert wurde.

Obwohl die schweren Probleme von Mensch und Tier inzwischen fast 40 Jahre bekannt sind, lehnte der Bundestag einen Antrag der FDP zum Ende der Zeitumstellung noch im März mit den Stimmen von CDU, CSU und SPD ab.

Es ging nicht ums Energiesparen, sondern um Synergien für die Wirtschaft

In meinem ersten Jahr als Service-Ingenieur für Elektronenmikroskope in Holland war der Montag, wenn ich über die Grenze fuhr und dort gefilzt wurde, immer der schönste: In Amsterdam, Rotterdam, Vlaardingen oder Ijmuiden angekommen, konnte ich gerade noch ein Hotel buchen und mit dem Kunden einen Kaffee trinken – dann war schon Feierabend.

Diese „kurzen“ Montage waren dann nach der Zeitumstellung 1980 zu meinem Leidwesen Geschichte – und ich zog kurz darauf mit meiner Familie in die Niederlande um. 😉

War die Abstimmung nur ein Leistungstest für die EU-Server?

Inzwischen bin ich seit fünf Jahren Rentner und verfluche zweimal im Jahr die Zeitumstellung, die Körper und Geist ohne Not und ohne Sinn und Verstand in unregelmäßigen Abständen schwer belastet.

Transparenz schreiben Politiker mit „Pf“ wie „Pfzahnbürste“

Ich hoffe zwar, aber glaube nicht, dass sich die Politiker endlich daran machen, diesen Unsinn zum Wohle von Mensch und Tier abzuschaffen. Die Anzeichen dafür sind recht deutlich zu erkennen:

Bei den auf Newsseiten sehr beliebten täglichen Internet-Umfragen sehen Sie von Spiegel bis Focus direkt nach der Abstimmung, wie viele Menschen schon abgestimmt haben und welches Ergebnis zu dem Zeitpunkt aktuell ist.

Genau das ist der Vorteil von Internet-Umfragen gegenüber analogen Abfragen der Meinung des „Souveräns“. Aber selbst bei einer Bundes- oder Landtagswahl wissen wir Deutschen immer direkt nach dem Schließen der Wahllokale, welches Ergebnis bei einem Urnengang herausgekommen ist – im Grunde sogar schon vorher.

Der Digitalumfragebeauftragte im Neuland

Wenn uns bei einer digitalen Umfrage einen halben Tag nach dem Abschalten des Formulars noch nicht einmal die „Wahlbeteiligung“ geschweige denn das Ergebnis mitgeteilt wird, liegt das ja vermutlich daran, dass jedes Bit eines ausgefüllten Umfrage-Formulars einzeln vom Industrie 4.0-Digitalumfragebeauftragten im Neuland mit Handschlag begrüßt werden muss.

Und das dauert natürlich – ganz besonders deshalb, weil es ja überhaupt keinen  Digitalumfragebeauftragten gibt…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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