Erdogans Weg zum Sultan des Großosmanischen Reiches

Erdogan_croppedDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auf dem Weg zum Sultan des neuen Großosmanischen Reiches verhält sich mit jedem Tag seltsamer.

Überall sieht Erdogan jetzt Feinde der Türkei am Werk und läßt im Namen Allahs zehntausende seiner türkischen Landsleute verfolgen, säubern, verhaften, foltern, enteignen, entlassen und Reisen verbieten.

Die Türken bekommen, was sie gewählt haben: einen islamistischen Diktator

Man könnte allerdings sagen: Selbst Schuld, ihr habt den islamistischen Diktator mit seiner AKP doch gewählt. In der Türkei selbst mit 52 Prozent (auch wenn er Euch dort zweimal wählen lassen und zwischendurch den Kurden erneut den Krieg erklären musste), in Deutschland sogar mit satten 60 Prozent!

Die Paranoia des Sultans

Inzwischen sind die Feinde der Türkei aber laut Erdogan überall: Der paranoid erscheinende Despot wittert überall Verrat, die EU und die USA stecken angeblich mit den Juli-Putschisten in der Türkei unter einer Decke. Dabei glaubt sich Erdogan wegen des „Flüchtlingspakts“ am längeren Hebel und schlägt immer lautere Töne an.

Mit der Ratingagentur Standard & Poor’s liegt er seit Jahren voll im Clinch. Seit die Wirtschaftsanalysten der Türkei immer schlechtere Zeugnisse ausstellen, sieht Erdogan auch dort nur noch „türkeifeindliche Kräfte“ am Werk. Währenddessen geht die türkische Lira weiter auf Talfahrt. In der Woche vor dem Putsch flossen noch 1,2 Milliarden Dollar in die Türkei – in der Woche danach verließen 460 Millionen Dollar das Großosmanische Reich wieder.

Der Putschversuch selbst, aber auch Erdogans Konterrevolution werden die Türkei schwächen, das ist für die meisten Wirtschaftsexperten keine Frage. Deshalb hat die Ratingagentur Standard & Poor’s die Zahlungsfähigkeit der Türkei schon direkt nach dem Putschversuch auf BB, also auf „Ramschniveau“ herabgestuft: spekulative Anlage, nicht für Investitionen empfohlen.

Anfang dieser Woche legte die Agentur noch nach. Die Türkei sei als „Hochrisikoland“ zu behandeln. Nun rief Erdogan die Unternehmensführer der Türkei zu dem Treffen im Präsidentenpalast zusammen. Er wirft Standard & Poor’s „Türkeifeindlichkeit“ vor.

Reaktionen auf Erdogans „Konterrevolution“ aus Europa

Österreichs Bundeskanzler Christian Kern plädiert inzwischen für einen Abbruch der Beitrittsgespräche mit der Türkei. Der Beitritt der Türkei zur EU sei „nur noch diplomatische Fiktion„, sagte Kern dem TV-Sender ORF.

Der Sozialdemokrat Kern will die Möglichkeit eines Abbruchs beim kommenden EU-Gipfel am 16. September auf die Tagesordnung setzen. „Wir wissen, dass die demokratischen Standards der Türkei bei Weitem nicht ausreichen, um einen Beitritt zu rechtfertigen.

In den vergangenen Wochen hatten schon viele europäische Politiker wegen der repressiven Reaktionen der türkischen Regierung auf den Putschversuch den Sinn der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei infrage gestellt.

Bild: Recep Tayyip Erdogan, CC BY-SA 2.0, Prime Minister Office

Über Klaus

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