Facebook löst Fake-News-Bombenalarm aus

Nach der US-Präsidentenwahl, dem falsch gemeldeten Tod von Britney Spears, Renate Künasts Flüchtlingsspruch und last not least meiner Stromrechnung 😉 diskutiert alle Welt gerade darüber, wie man Fake News verhindern oder zumindest erkennen kann.

Ansatzpunkt sind eigentlich Maschinen mit Programmen und Algorithmen, die die Milch wieder vom Kaffee trennen sollen, nachdem sie versehentlich reingeschüttet wurde – kein hilfreicher Ansatz, aber einer, der für die Politik aktuell alternativlos zu sein scheint.

Vorgestern gab es eine solche Falschmeldung, die halb Bangkok beunruhigte:

Facebook löste am 2. Weihnachtstag einen Sicherheitscheck für die thailändische Hauptstadt Bangkok aus und half damit, die Fake-Nachricht einer Bombenexplosion über das Internet zu verbreiten, meldet die britische News-Webseite des Guardian.

Kurz nach dem Sicherheitscheck soll ein Facebook-Sprecher über das soziale Medium Berichte über einen Demonstranten auf dem Dach der “Government Savings Bank” gepostet haben.

Dieser einzelne Demonstrant soll Feuerwerkskörper in Richtung eines Regierungsgebäudes, des Sitzes des thailändischen Premierministers, geworfen haben. Laut der Bangkok Post hielt der Mann dabei ein Transparent, auf dem er “mit Hoffnung und Glauben […] Gerechtigkeit” vom Premierminister fordere. Verletzt wurde dabei niemand.

Der Facebook-Sicherheitscheck sorgte unter den Facebook-Nutzern der Stadt für große Verunsicherung, insbesondere, weil er dabei auf eine Falschmeldung verlinkte, die von einer größeren, richtigen Explosion berichtete.

Die Meldung von BangkokInformer.com verlinkte nämlich ein BBC-YouTube-Video über die Bombardierung des Erawan-Schreins in Bangkok vom August 2015 mit dem Facebook-Sicherheitscheck, was die Angelegenheit deutlich bedrohlicher erscheinen ließ, als sie wirklich war.

Inzwischen sind sowohl der Artikel als auch der betreffende Facebook-Sicherheitscheck im Internet nicht mehr online.

Dass man so etwas mit Algorithmen verhindern könnte, erscheint doch kaum glaubhaft, Da wäre es schon besser, man riefe jemanden an, der gegenüber dieser Bank wohnt, und würde nachfragen, was da wirklich passiert – oder gleich einen Reporter hinschicken…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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