Facebook-Party soll einen Lehrling 200.000 € kosten

Der Aufruf zu einer Facebook-Party in einem Konstanzer Freibad soll einen Lehrling  insgesamt 227.052 kosten. Gebührenbescheide in dieser Höhe sind ihm inzwischen ins Haus geflattert. Sein Monatseinkommen liegt bei 560 €.

Das Innenministeriums in Stuttgart sagte dazu: „Die Kosten werden wir selbstverständlich gemäß der Gebührenordnung des Landes einfordern.“ Das Amtsgerichtsschrieb in einem Brief, der Lehrling habe im Sozialen Netzwerk wiederholt zu der Party Anfang Juli aufgerufen, bei der es dann zu erheblichen Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und zu Übergriffen auf die vor Ort anwesenden Polizeibeamten gekommen. Es hieß: „Durch den Aufruf sind der Stadt Konstanz und der Polizei Kosten von über 200.000 Euro entstanden.“ Diese müsse der Lehrling als Verursacher bezahlen. Zu einer Stellungnahme zu diesem Schwachsinn waren aber beiden Behörden heute für niemand zu erreichen.

Hier muss man schon fragen, wie es mit der Gleichheit vor dem Gesetz bestellt ist. An jedem Bundesliga-Wochenende und zu vielen anderen Veranstaltungen sind weitaus mehr Ordnungshüter unterwegs, aber ich weiß von keinem Fussballverein, der die Einsätze jemals bezahlen musste.

Dabei kann ein millionenschwerer Fußballverein diese Summe fast aus der Portokasse zahlen, während ein Lehrling für sein ganzes Leben ruiniert ist. Von Verhältnismäßigkeit kann da auch keine Rede mehr sein.

Wenn einer für einen Polizeieinsatz zahlen muss, dann bitte auch alle anderen! Aber der dicke Knüppel ist wohl immer nur für die Kleinen reserviert, an die Großen gehen die Herrschaften nicht ran, die könnten ja zurückschlagen.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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