Facebook schwört, Europa zu verlassen

Offenbar lernen jetzt auch die Konzerne aus den USA vom größten Erpresser der Welt, dem US-Präsidenten Donald Trump:

Die irische Datenschutzbehörde DPC hatte Facebook Ende August in einer vorläufigen Anordnung aufgefordert, den Transfer personenbezogener Daten von EU-Bürgern in die USA zu unterbinden. Inzwischen hat Facebook erreicht, dass der irische High Court eine gerichtliche Überprüfung der Anordnung zuließ.

Facebook droht, sich aus Europa zurückzuziehen *juchhu*

In der Auseinandersetzung mit der DPC über den Datentransfer in die USA warnt Facebook vor den möglichen Konsequenzen. Wenn das Unternehmen die Datenübertragung in die USA komplett einstellen müssen, sagt Facebook, sei es nicht klar, „wie unter diesen Bedingungen die Dienste von Facebook und Instagram in der EU fortgesetzt werden können“  in einer eidesstattlichen Erklärung (einem Affidavit, also im Grunde einem echten Schwur) für den Obersten Gerichtshof Irlands.

Mit der Drohung des Rückzugs von Facebook und Instagram aus Europa verweist Facebook letztlich auf ein Szenario, das angeblich der Wirtschaft und den Menschen in der EU schade. Von den Konsequenzen eines solchen Rückzugs für Facebook selbst lässt der Konzern dabei kein einziges Wort verlauten…

Der Konzern will europäisches Recht nicht anerkennen

Obwohl der EuGH eindeutig gegen den Privacy Shield geurteilt hat und die DPC dem Konzern deshalb eine Aufforderung schickte, den Transfer von Daten europäischer Bürger in die USA einzustellen, will sich der Zuckerberg-Konzern nicht daran halten und droht jetzt damit, seine Dienste in Europa nicht mehr anzubieten.

Da kann man als Gegner des globalen Überwachungs-Kapitalismus eigentlich nur sagen: „Gott sei Dank!

„Geht nicht“ gibt’s nicht!

Dass Facebook tatsächlich seine Dienste in Europa einstellen muss, weil ein Datentransfer in die USA nicht mehr möglich ist, ist auch nicht wirklich glaubhaft.

Das Gesichterbuch könnte durchaus auch seine Software entsprechend an europäisches Recht anpassen. Ein stärker differenziertes Netzwerk, in dem nur jene Daten in die USA gelangen würden, die wirklich dorthin müssten, ist technisch doch nun wirklich kein Problem.

Offenbar fehlt es hier aber am Willen der Datenkrake, was auch bestätigt, was inzwischen ja auch schon jeder weiß: Es geht Facebook, Instagram und auch anderen IT-Riesen der USA nicht etwa darum, „Soziale“ (das Wort ist ein Hohn) Netzwerke zu betreiben, sondern eher darum, verbotene Früchte wie die intimsten Daten der User zu stehlen und zu verkaufen!

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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