Facebooks KI für Spiele wie Minecraft

Beim Lesen eines tagesaktuellen Artikels bei Heise zu einer angeblich von Facebook „trainierten“ Künstlichen Intelligenz (KI), die das immerhin 170 Millionen mal verkaufte Spiel Minecraft von Microsoft spielen kann, sprang mir heute mal wieder der Draht aus der Mütze.

Ich kann den Begriff „Künstliche Intelligenz“ inzwischen nicht mehr hören. Das Buzzword dieses Jahrzehnts benennt ein Teilgebiet der Informatik, das mit der Automatisierung intelligenten Verhaltens und dem maschinellen Lernen zu tun hat.

KI ist nur ein Buzzword des Marketings

Angeblich steckt heute in allen möglichen Produkten eine KI – von der Zahnbürste, die einem erwachsenen Menschen vorgibt, wie lange er mit welchem Druck seine Zähne putzen soll, über Tastaturen mit „eingebauter KI“ und die Sprachassistenten der IT-Riesen von Siri bis Alexa, die nur dafür erfunden wurden, die Nutzer bestmöglich auszuspionieren bis hin zum schon genannten neuestem Assistenten von Facebook für das Minecraft-Spiel.

Lieber natürlich dumm (ND) als künstlich intelligent (KI)

Was heutzutage als Künstliche Intelligenz bezeichnet wird ist im Grunde ein Märchen wie „Des Kaisers neue Kleider“ – am ehesten vergleichbar mit Joseph Weizenbaums Programm Eliza, einer Art programmierter Psychoantherapeutin, die im Grunde nichts anderes macht als es auch die Spiegelneuronen in unserer Stirn tun.

Genau genommen ist Eliza eine interessante frühe Umsetzung des Touring-Tests. Ich selbst habe Eliza schon in den 60er Jahren als IBM-Service-Ingenieur einige Male auf einem schrankgroßen Rechner vom Typ IBM /360 getestet, und die Fragen und Antworten machten durchaus den Eindruck, man kommuniziere mit einem intelligenten Gegenüber:

Benutzer: „Ich habe ein Problem mit meinem Vater.“
ELIZA: „Erzählen Sie mir mehr über Ihre Familie!“

Das scheint aber nur so, denn die nötige Intelligenz liegt nicht etwa in dem Programm, sondern bei seinem Programmierer Weizenbaum, der Eliza auf Basis eines Wörterbuches (Thesaurus) programmiert hat, dessen Elemente das Programm in den Eingaben des Benutzers sucht und dann eine weitere dazu passende Frage stellt.

Hier wird in keinster Weise zwischen echter Intelligenz und intelligenter Programmierung unterschieden – und das ist heute das generelle Problem mit dem Begriff KI.

In allen angepriesenen Produkten „mit KI“ wird damit nur eine nachgeahmte Intelligenz bezeichnet, wobei durch in der Regel recht einfache Algorithmen ein „intelligentes Verhalten“ nur simuliert wird. Genau genommen ist das, womit die Konzerne heutzutage ihre Produkte „veredeln“ und es als Künstliche Intelligenz bezeichnen, nur ein Fake!

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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