Fehlstart: Donald Trumps Soziales Netzwerk „TruthSocial“

Bis zu seiner dauerhaften Sperrung bei Twitter im Januar 2021 hatte Donald J. Trump dort 88 Millionen Follower. Die Sperrung erfolgte kurz nach dem Sturm auf das Kapitol in Washington 2021 mit der Begründung, dass das Risiko weiterer Anstiftung zur Gewalt durch den ehemaligen Präsidenten der USA hoch sei. Bei Facebook und Instagram wurde Trump ebenfalls gesperrt.

Deshalb will Trump wieder einmal „der Tyrannei von Big Tech die Stirn bieten“ und ein eigenes Soziales Netzwerk aufbauen.

Der erste Versuch ging ins Höschen

Der erste Versuch Trumps nach seiner Sperre bei Twitter & Co., mit dem Blog „From the Desk of Donald J. Trump (Von Donald J. Trumps Schreibtisch)“ online wieder Gehör zu finden, war aber schon nach einem Monat wieder Geschichte.

Der laufende zweite Versuch eines Fake News Portals heißt „TruthSocial“

Vor drei Tagen startete Donald J. Trumps jetzt seinen zweiten Versuch, ein eigenes „Soziales Netzwerk“ aufzubauen, diesmal mit geklauter Mastodon-Software und dem Namen „TruthSocial“. Aber kaum war TruthSocial.com testweise online, da kamen auch schon die Trolle…

Ein verborgener Zugang zu dem noch nicht offiziell gestarteten TruthSocial erlaubte schon die Anmeldung, und plötzlich gab es dort mehrere Trump-Accounts wie @donaldtrump (Mikael Thalen von „The Daily Dot“) und @donaldjtrump. Letzterer postete auf TruthSocial das Foto eines Schweins, das gerade seinen Darm entleert hat…

Drew Harwell von der „Washington Post“ registrierte sich unterdessen als Trumps ehemaliger Vizepräsident Mike Pence.

Ein anderer User registrierte den Usernamen @jack, den Twitter-Erfinder Jack Dorsey auf seiner eigenen Plattform nutzt und reagierte Medienberichten zufolge auf eine Beleidigung durch den @donaldjtrump-Account. Der Zugang zu „Truth Social“ soll inzwischen nicht mehr nutzbar sein.

Wenn Trump „Wahrheit“ schreibt, meint er in aller Regel „Fake News“

Truth, also Wahrheit, soll angeblich der Kern von TruthSocial sein, und das Wort geistert immer wieder durch die Präsenz des verwirrten Möchtegern-Autokraten.

So heißen auch die Beiträge (auf Twitter:Tweets) auf Trumps TruthSocial-Plattform Truths (Wahrheiten) und die Antworten darauf Re-Truths (Rück-Wahrheiten).

In Wahrheit ist die Software von TruthSocial geklaut

Inzwischen ist der Zugang zu TruthSocial nicht mehr möglich. Wie unser Artikelbild zeigt, kann man sich dort aktuell nur noch auf eine Warteliste setzen lassen, wenn man unbedingt Early Adaptor von Donalds Spielwiese werden möchte.

Datei:Mastodon Logotype (Simple).svg – WikipediaIm November soll es aber erneut eine offizielle Testphase geben. Bis dahin sollte das neue Netzwerk dann auch mögliche rechtliche Bedenken ausräumen. Nach Screenshots, die er gesehen habe, basiere „Truth Social“ auf „Mastodon“, erklärt Eugen Rochko „Vice“. Der Entwickler ist der Kopf hinter der kostenlosen Software, die es ermöglicht, eigene soziale Netzwerke zu erschaffen.

In den Nutzungsbedingungen von „Truth Social“ stehe derzeit, dass der Quellcode des Netzwerks urheberrechtlich geschützt sei. Das wäre laut Rochko „ein Problem“, weil es ein Verstoß gegen die Nutzungsregeln der Lizenz sei, unter der „Mastodon“ veröffentlicht wurde. Rochko erläuterte, dass der Hauptteil der Lizenz daraus bestehe, dass der Quellcode und alle Modifikationen daran öffentlich gemacht werden müssen – was TruthSocial nicht getan hat und behauptet, es nutze urheberrechtlich geschützte eigene Software…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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