Filesharing – die Kehrseite der Medaille

TauschbörsenDie Anwaltskammer der USA tritt bei illegalen Downloads auf die Bremse und hat ihre Mitglieder schriftlich dazu aufgerufen, zurückhaltender gegen Filesharing vorzugehen, weil Klagen zu einem Image-Problem für Firmen führen können.

Nach einem Bericht der Seite Engadget rief die Kammer ihre rund 400.000 Mitglieder mit einem Schreiben dazu auf, zurückhaltend mit Klagen wegen Filesharing und illegaler Downloads zu sein. 

“Zwar haben die Eigentümer von Urheberrechten und Handelsmarken rein technisch die Möglichkeit, gegen Verbraucher mit Zivilklagen vorzugehen, wenn diese bewusst nach illegalen Kopien suchen oder entsprechende Dateien mit anderen teilen”, schreibt die American Bar Association dazu. Allerdings hätten solche Kampagnen sich als kostspielig und auch als wenig ergiebig erwiesen.“Vielmehr können sie für die Kläger zu einem PR-Problem führen”, heißt es in dem Brief, der von der Seite TorrentFreak im Netz gefunden wurde.

18.000 Einzelpersonen verklagt

Die für Urheberrecht zuständige Abteilung der Kammer nennt als Beispiel entsprechende Klagen der Recording Industry Association of America und der Motion Picture Association of America, den Dachverbänden der Platten- und Filmindustrie.

Der Plattenverband etwa habe noch vor wenigen Jahren Klagen gegen mehr als 18.000 Einzelpersonen angestrengt. Die meisten davon hätten letztlich bei Einigungen wenige hundert Dollar gezahlt, um drohende Entschädigungszahlungen von bis zu 150.000 Dollar pro Urheberrechtsverletzung zu vermeiden. Inzwischen bevorzugten sowohl die Filmbranche als auch die Musikindustrie die Aufklärung der Konsumenten.

Seit Februar 2013 setzen die USA bei ihrem Vorgehen gegen illegale Downloads auf das Anti-Piraterie-Systems Copyright Alert System (CAS). Das Stufenprogramm, auch als Six-Strike bekannt, sieht zunächst mehrere Verwarnungen eines Nutzers vor, bevor eine Klage erfolgt. Während das von der Industrie zwecks CAS-Einführung gegründete Center for Copyright Information (CCI) davon spricht, die Kunden zu bilden, sehen Kritiker das System als Abschreckungs- und Umerziehungsmaßnahme.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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