Finger weg von der DE-Mail

Am ersten Tag der Cebit soll die Firma Mentana-Claimsoft GmbH in Halle 3, Stand D08 seine Akkreditierungsurkunde vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bekommen.

Großer Bahnhof insgesamt für die DE-Mail auf der Cebit, denn auch die Deutsche Telekom, Web.de, GMX und 1und1 wollen auf der diesjährigen Messe ihre DE-Mail-Angebote starten. Ergänzend finden viele Randveranstaltungen zur DE-Mail statt.

Die Netzgemeinde findet DE-Mail überhaupt nicht lustig – „Finger weg“, „Datenschnüffelei“ und ähnlich lauten die Kritiken in den Foren.

Die Verschlüsselung ist ein Witz, denn DE-Mails werden beim Anbieter entschlüsselt – vorgeblich, um sie auf Viren zu prüfen. In Wirklichkeit sind die Anbieter verpflichtet, dem Staat eine Schnittstelle zum Abhören der Emails zu bieten. Über 1.000 Behörden dürfen die Daten des Benutzers ohne richterliche Anordnung einfach online abrufen. Jeden Tag gibt es da 12.000 Zugriffe auf die Daten der DE-Mail-Kunden.

Selbst Private Interessenten dürfen die Daten eines DE-Mail-Nutzers abfragen, und auch eine Vorratsdatenspeicherung der Emails wird im Gesetzentwurf nicht eindeutig ausgeschlossen.

Ich glaube manchmal, dass Politiker jedesmal einen Orgasmus bekommen, wenn sie auf private Daten von anderen Menschen zugreifen können – warum sollten sie sonst so gierig auf Schnüffelei, Spionage, Lausch- und Leseangriffe und Staatstrojaner sein?

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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