Fingerabdruck von Akkus verrät Benutzer

akkustatusZur gerade erst im Frühjahr vom W3C offiziell eingeführte Programmierschnittstelle Battery Status API gibt es jetzt wegen Problemen mit der Privatsphäre Bedenken. Deshalb entfernten die Entwickler des Browsers Firefox von Mozilla diese Funktion komplett aus der nächsten Version 52 des Open-Source-Browsers.

Die schon 2012 in Firefox enthaltene Funktion wurde vom W3C zunächst als unkritisch eingestuft. Während Browser normalerweise nachfragen, bevor eine Website über die Browser-API den Standort eines Nutzers anfordern darf, kann der Akkuzustand in den meisten Browsern in der Standardeinstellung ohne Zustimmung des Benutzers im Einzelfall abgefragt werden.

Theoretisch lässt sich diese Funktion deshalb dafür mißbrauchen, nicht nur rechenintensive Funktionen einer Website wie selbständig abspielenden Videos zu unterbinden, wenn der Nutzer dafür keine Akkukapazitäten mehr zur Verfügung hat, sondern auch den Benutzer über den “Fingerabdruck” des Akkus zu identifizieren und verfolgen.

Diese Möglichkeit wird auch praktisch genutzt: Forscher der Princeton University fanden in einer Studie zwei Skripte, die mit Hilfe des Akku-Fingerabdruck Nutzer identifizierten, auch wenn diese Cookies gelöscht hatten. Internetseiten, die die API-Funktion nutzten, um mit deren Hilfe tatsächlich den Akku des Nutzers zu schonen, fanden die Forscher übrigens nicht.

Nicht nur der Firefox, sondern auch Chrome und Chromium-basierte Browser unterstützen die Battery Status API. Eine Testsite zeigt dem Nutzer, ob die Funktion in dem von ihm genutzten Browser aktiviert ist.

Wer sich vor diesem Akku-Fingerprinting schützen will, bevor die Firefox-Version 52 im Frühjahr 2017 erscheint, kann die Konfigurations-Seite about:config öffnen und dort die Funktion “dom.battery.enabled” deaktivieren.

Screenshot: pstadler.sh

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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