Freier Media-Player Kodi soll DRM-Funktionen bekommen


Die Macher hinter dem freien Mediencenter Kodi wollen in Zukunft auch DRM-Techniken unterstützen, und diese Überlegungen sorgten für einen Shitstorm vieler Nutzer. Das Kodi-Projekt erklärt nun aber, dass nur so Inhaltsanbieter wie Netflix mit Kodi zusammenarbeiten wollen.

Ich selbst benutze das freie Mediacenter Kodi beispielsweise als App auf meinem Flachbildfernseher, um darüber Videos anzuschauen, die auf meinem PC gespeichert sind – natürlich nur legale Videos.

Was ist eigentlich DRM?

DRM (Digital Rights Management) als digitales Rechtemanagement soll dafür sorgen, dass Inhaltsanbieter den Inhaltskonsumenten ihre Regeln aufzwingen können – typischerweise Restriktionen beim Ansehen oder Kopieren von Medien. DRM besteht aus vielen Technologien, Techniken und Standards, die sich auch laufend weiterentwickeln.

Der Ton wird immer rauer

In ungewöhnlich harschem Ton und wohl auch lesbar vollkommen frustriert erklärt das Team des freien Mediencenters Kodi in einem Blogeintrag, warum das Projekt darüber nachdenkt, in Zukunft DRM-Techniken zu unterstützen.

Diese Überlegungen sind schon vor einiger Zeit öffentlich geworden und sorgen inzwischen für massiven Unmut bei Unterstützern der freien Software. Nach einem Artikel zu diesem Thema, der bei Torrentfreak erschien, hätten einige Nutzer das Projekt auch noch heftig beschimpft, berichtet das Kodi-Projekt.

Das Entwicklerteam will das offenbar nicht so stehen lassen und erläutert deshalb die diesbezüglichen Pläne. So heißt es: “Kodi ist eine freie, offene, neutrale Software. Kodi wird niemals DRM voraussetzen, noch wird es jemals eine abgeschlossene Software sein”. Formulierungen wie das direkt hinter diesem Satz stehende und die Addressaten als blöd darstellende “Lies das zur Sicherheit noch ein paarmal” sind allerdings nicht geeignet, den Druck aus dem Kessel zu nehmen – sie erhöhen ihn eher. Vermutlich gibt es nur Techies im Kodi-Team und keine Deeskalations-Experten…

Vorläufiges Fazit: keine Beschränkungen der Nutzung

Das Team stellt auch klar, dass Kodi wie bisher selbst keine Inhalte anbieten will und auch in Zukunft weiter jegliche Inhalte seiner Benutzer abspielen wird – es soll keine Einschränkungen der Nutzung geben.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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