Friedrich: Als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet

Hans-Peter_Friedrich_von_Henning_SchachtEs ist kaum zu glauben, aber Innenminioster Friedrichs fuhr in die USA, um dort wegen der millionenfachen Grundrechtsverletzungen bei allen Deutschen „auf den Tisch zu hauen„. Was passierte dann in Washington?

Er durfte zwar kurz ins Weiße Haus, bei der NSA hatte aber niemand Zeit für ihn, die mussten alle am Glasfaserkabel lauschen.

Zum Trost bekam er ein Erinnerungsfoto, das ihn mit Vizepräsident Joe Biden an einem Tisch zeigt.

Das war auch nötig, denn bei den Resultaten seines Besuchs, von dem er ja (wie von den meisten erwartet) mit völlig leeren Händen zurückkehrte, könnte man die Frage stellen, ob er überhaupt in den USA war.

Man nennt das wohl gemeinhin: „Als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet„.

Und jetzt erzählt dieser bayrische Aufdentischklopfer uns allen, dass das schon alles in Ordnung sei, wenn die „lieben Freunde“ in den USA jeden Tag weiter unsere Grundrechte aushöhlen.

Die SPD nennt es „ein Disaster„, die Grünen nennen das „schlicht und ergreifend versagt„.

Ein Innenminister, der nichts gegen diesen Datenklau, gegen einen fortwährenden Rechtsbruch unternimmt, hat seine Aufgabe nicht verstanden„, poltert die Linke. Friedrich benehme sich, als würde er sich bei einem Ladendieb bedanken, der an der Kasse Bescheid sagt, was er mitgehen lassen hat.

Sogar die Jungen Liberalen monieren im Tagesspiegel, der Chef des Innenressorts spreche sich hierzulande für eine Art „PRISM Light“ aus, weil er die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung fordert.

Die Digitale Gesellschaft, warf dem Minister Unwissenheit in elementaren Internetfragen vor. Besonders absurd nannte es die Vereinigung, dass der bayrische Christsoziale die von Washington zugesagte „Deklassifizierung“ der geheimen Dokumente rund um das Überwachungsprojekt PRISM als Erfolg verkaufen wolle. Edward Snowden habe einschlägige Papiere doch längst öffentlich gemacht.

Weitere Details zu Friedrichs Lustreise und den Reaktionen darauf finden Sie bei Heise.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
Dieser Beitrag wurde unter Internet, News, Politik, Recht, Sicherheit, Soziales, Wirtschaft abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.