Gartner sieht Cloud-Nutzung von Office-Systemen wachsen

gartnergroupDer Anteil der Cloud-Nutzer am Office-Markt steigt nach Angaben von Gartner angeblich von heute ca. 8 Prozent bis 2017  auf dann 33 Prozent.

Sagen wir mal: Das hätten diese Absahner und Ausspäher wohl gerne, aber glaubhaft ist der Unsinn nicht.

Denn angesichts des aktuellsten Skandals zur staatlichen Datenspionage amerikanischer Behörden wird sich die Cloud-Nutzung zumindest von Europäern ganz anders entwickeln, als die Amis von Gartner es sich vorstellen können.

Wer heute sein Emailpasswort oder sein Skype- oder Facebook-Login vergessen hat, braucht doch nur die NSA oder das FBI zu fragen – die könnten in fast allen diesen Fällen weiterhelfen, wenn sie wollten…

Wer ist denn schon bereit, seine Firmendaten in eine Cloud auszulagern, auf die schon die deutschen und europäischen Behörden richtig geil sind und die erwiesenermaßen von den amerikanischen Behörden schon heute mit rechtswidrigen Projekten wie PRISM ganz massiv abgegriffen werden.

Und wer das Märchen vom „Kampf gegen den Terror“ glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann und den Osterhasen. Es geht hier um handfeste Macht- und vor allem Wirtschaftsinteressen.

Da muss sich doch jeder Unternehmer fragen, wie lange es dauert, bis die Konkurrenz aus dem In- und Ausland Einsicht in die vertraulichen Firmenunterlagen nimmt und die erfolgreichen Produkte und Verfahren einfach kopiert. So wie die NSA ja auch das Logo ihres immer noch laufenden Super-Spionageprogramms PRISMA simpel und einfach bei Wissenschaftler, Autors und Fotograf Adam Hart-Davis geklaut hat.

Es gibt noch eine zweite Entwicklung, die das „in die Cloud gehen“ für Office-Anwendungen meines Erachtens deutlich bremsen wird: Microsoft versucht wie fast alle früheren Software-Verkäufer, seine Programme nicht mehr für einen einmaligen Betragzu verkaufen, sondern dem Kunden nur zu vermieten.

Früher gab es mal ein MS Office zum Preis von 100 € – heute will Microsoft uns nicht mehr das Programm, sondern nur noch das Recht verkaufen, den Mist zu benutzen. Es kostet dann nur noch 40 € – dafür aber jeden Monat! Das ist gegenüber dem Verkauf des Programms eine Gewinnsteigerung von 400 %, und das jedes Jahr

Das machen diese Unternehmen, damit man die gekauften Programme nicht weiterverkaufen kann wie zum beispiel ein Auto, wenn man es nicht mehr braucht. Das gleiche versuchen Microsoft & Co. auch mit Spielen, die nur funktionieren, wenn man online ist und so nicht nur verhindert wird, dass man sie weiter verkaufen kann, sondern auch die Umgebung im Wohnzimmer des Spielers akustisch und optisch voll überwacht werden kann.

Wie man so intelligente und verantwortungbewusste Menschen zur Erledigung von Office-Aufgaben in die Cloud bewegen kann, erschließt sich mir nicht.

Und komme mir niemand mit freier Software und verweise auf Linux – die Linuxfirmen sind schon seit Jahren dabei, richtig für „Programmlizenzen“ für Produkte wie Plesk abzukassieren und die Open Software-Idee, die mal hinter Linux stand, zu plätten.

Eine große externe Festplatte, die an jeden PC und an jedes Tablet (außer von Apple!) mit Open Office angesteckt werden kann, kauft man heute schon für unter 50 € – warum sollte man da seine Daten in der Cloud halten. Damit Behörden und Wettbewerber sie da ausspionieren können? Und wenn die Internetverbindung ausfällt oder die Telekom drosselt, lassen wir die Büroarbeit liegen bis zum St. Nimmerleinstag und machen solange Urlaub?

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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1 Antwort zu Gartner sieht Cloud-Nutzung von Office-Systemen wachsen

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