“Gastrechner” im Gefängnis

Bisher waren Erfahrungen im Tätowieren, Predigen, Drogendealen oder beispielsweise eine harte Rechte als recht nützlich im Gefängnisalltag. Inzwischen wird unter Gefängnisinsassen offenbar eher nach IT-Spezialisten gesucht.

Gastrechner am Netz

In Gefängnis von Marion im US-Bundesstaat Ohio fanden sich fünf Computerfreaks zusammen, die heimlich zwei Computer bauten, sie an das interne Netzwerk der Haftanstalt anschlossen und die Rechner sowohl mit dem Internet als auch mit der (gehackten) Gefängnisdatenbank verbinden konnten.

Auf den Festplatten der auf Sperrholzplatten aufgebauten “Gastrechner” fanden sich neben Pornos auch zahlreiche Werkzeuge zum Erstellen von VPN-Verbindungen und um Proxyserver zu umgehen, dazu jede Menge Schadsoftware und das Verschlüsselungstool TrueCrypt. Wie aus dem Polizeibericht hervorgeht, waren die Rechner rund vier Monate lag in Betrieb, bevor sie entdeckt wurden.

Der geheime Computerbau

Die Komponenten für die hinter der Decke versteckten PCs stammten aus einem Projekt, bei dem die Häftlinge alte Computer ausschlachteten. Zwei der Insassen hatten ausgenutzt, dass sie bei dieser Tätigkeit nicht ständig überwacht wurden.

Weil dabei auch kein Inventar über die ausgeschlachteten Teile angelegt wurde, konnten sie Stück für Stück die nötigem Bauteile abzweigen. Offenbar hatte diesen IT-Knackis niemand zugetraut, daraus einen funktionierenden Computer bauen zu können…

Im Fokus: Pornos, Bomben, Drogen – und die Familie

Mit ihren Sperrholz-PCs konnten die Häftlinge Funktionen, Internetdienste und Internetseiten aufrufen, die für sie eigentlich verboten waren. Und das machten sie reichlich, wie die Browserhistorie der geheimen Computer auswies:

Dort fanden sich nicht nur Pornoseiten, sondern unter anderem auch Anleitungen zum Bombenbauen und Drogenmischen. Andere Insassen nutzten SMS-Dienste, um nicht überwachte Kontakte zu Bekannten und zu ihrer Familie zu pflegen.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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