GEMA sahnt bei Bruce Springsteen-Konzert 150.000 € ab

In einem Interview mit der Hamburger Stadtzeitung Oxmox geht Entertainment-Promoter Marek Lieberberg hart mit der GEMA ins Gericht.

Der Inhaber der Agentur MLK gilt als einer der erfahrensten Veranstalter von musikalischen Großereignissen und präsentierte unter anderem Künstler wie Bon Jovi, Madonna oder auch das Festival Rock am Ring.

Aber vor allem ist Lieberberg einer der größten Zahler an die GEMA in Deutschland.

Das liest sich dann so:

„Das gleiche Szenario hat sich bereits im Live-Musikbereich abgespielt. Auch hier versucht die GEMA mit Brachialgewalt einzig auf der Grundlage ihres Machtmonopols, das Dogma einer zehnprozentigen Beteiligung fürs süsse Nichtstun durchzusetzen. Trotz eines geringen realen Verwaltungsaufwands besteht die GEMA auf Horror-Gebühren, die den Komponisten oft erst nach einer künstlichen Warteschleife von 6 – 12 Monaten sowie meist mit einem 15 – 25% Abschlag erstattet werden.

Großartige Leistung und ein atemberaubendes Geschäftsmodell. 15 – 25% für absolutes dolce far niente. Keinerlei Engagement für die Musik, keinerlei Investition, keinerlei Risiko!

Und in Deutschland wird mit besonders harten Bandagen gekämpft, weil hier Verlage und  aus der Mode geratene Autoren eine unheilige Allianz bilden. Obsolete Schlagerfuzzis, die in den Gremien als Hardliner auftreten, profitieren durch die größeren Töpfe, schwarze Löcher, in denen ein Teil der Einnahmen verschwindet,  um dann über ein Gießkannenprinzip an unbeteiligte Nutznießer des GEMA-Sumpfes ausgeschüttet zu werden. Das Ganze hat die Logik des Hexeneinmaleins. Ein Anachronismus, denn U2 oder die Toten Hosen wehen Unbeteiligten wie Unberechtigten „Windfall-Profite“ zu.

Ein Bruce Springsteen wird für die Aufführung seiner eigenen Musik durchschnittlich mit 150.000,– € zwangsvereinnahmt, die in die GEMA-Töpfe wandern. Die GEMA leistet hierfür gar nichts. Sie nimmt die Anmeldung entgegen, schreibt eine Rechnung und parkt die Einnahmen erst einmal. Nach der besagten Karenzzeit, die durchaus bis zu einem Jahr dauern kann, werden die um den happigen Verwaltungsaufwand verminderten Beträge endlich an den Autor weitergeleitet.“

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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