Gerechtigkeit: Am Ende des Geldes ist noch Monat da…

Gestern Abend saßen wieder die üblichen Polit-Profiteure bei Anne Will am Tisch und warfen Gemeinplätzchen in eine Pseudo-Diskussion darüber, wie man die Steuerüberschüsse von immerhin 100 Milliarden Euro jährlich nutzen sollte.

Ob die Politiker das Geld zurückgeben oder investieren wollen, war im Einzelfall für mich nicht wirklich erkennbar – das Neusprech der abgehobenen Kleptokraten war aber nicht der Hauptgrund dafür, sondern eher der Etikettenschwindel und die missbräuchliche Verwendung der Begriffe.

Gerechtigkeitvom Heiligen Martin

Als Rentner in Grundsicherung habe ich regelmäßig nach dem 20. das Problem, dass noch Monat da ist, aber kein Geld mehr. Speziell die vollmundigen Ankündigungen des Heiligen Martin, dass es gerechter zugehen soll in unserem Lande, ließ mich hoffen, dass wenigstens die SPD mir etwas mehr Rente oder Grundsicherung zukommen lassen möchte, damit ich auf meine alten Tage keine Plastikflaschen mehr aus Abfallkörben sammeln muss, um wie ein guter Opa meinem Enkel auch mal ein Eis kaufen zu können.

Zurückgeben = Investieren

Da muss ich aber wohl etwas missverstanden haben. „Geld an den Steuerzahler zurückgeben“ bedeutet bei den Sozen nicht etwa, dass Schulz, Schäfer-Gümbel oder Barley mir oder anderen echt Bedürftigen wirklich mehr Geld in die Hand geben wollen.

Inzwischen habe ich gelernt. dass die Politiker zwar „zurückgeben“ sagen, damit aber „investieren“ meinen. Da schwafeln sie dann von reparierten Straßen und Brücken (Ich habe gar kein Auto!) oder Schäfer-Gümbel erzählt gebetsmühlenartig von gebührenfreien Kitas und Unis (Mein Kind hat schon vor 10 Jahren sein Diplom gemacht, und mein Enkel ist auch nicht mehr in einer Kita).

Von diesen sogenannten „Investitionen“, von denen ich nach Aussage der kleptokratischen Politiker angeblich so viel mehr haben soll als von mehr Geld in meiner Hand, habe ich nicht den geringsten Vorteil. Das hilft mir nicht einen Cent weiter, obwohl ich mit 200 Euro zum Leben für einen Monat (Miete +Strom abgezogen) sicher zu den Ärmsten im Lande gehöre!

Die Kleptokraten meinen wohl andere Arme…

Über die Sorge der Menschen in diesem Lande und über die Gerechtigkeit müsse man reden, tönt der SPD-Kanzlerkandidat Schulz bei jeder sich bietenden Gelegenheit.  Mich meint er dabei aber offensichtlich nicht.

Es müssen wohl andere Arme sein, denen jetzt „Gerechtigkeit“ widerfahren soll – Rentner in Grundsicherung oder Hartzer gibt es in den Vorstellungen der Politiker aller Parteien (außer der Linken) von ihrer Zielgruppe wohl eher nicht.

Bei CDU und FDP soll die „gerechte“ Umverteilung über günstigere Steuern geregelt werden. Schön für alle, die so viel Geld in die Hand bekommen, dass sie davon Steuern bezahlen müssen – ich gehöre leider nicht dazu, denn ich bin wirklich arm.

Also schließen mich die Politiker weiterhin von der Teilhabe an der Gesellschaft aus, und ich muss mir auch weiterhin überlegen, wie ich den Restmonat ohne Geld überstehe. Wen ich nicht wähle, weiß ich aber schon…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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