Gericht verurteilt Vodafone wegen Mobilfunk-Werbeflyer

Vodafone hatte wichtige Leistungen eines Mobilfunkvertrags in einer kaum lesbaren Fußnote versteckt. Erneut gab es ein Urteil vom Landgericht Düsseldorf, welches dem Provider diese Vorgehensweise jetzt untersagt hat.

Der Provider Vodafone hat hat eine gerichtliche Auseinandersetzung mit der Verbraucherzentrale Bundesverband verloren:

Das Landgericht Düsseldorf hat Vodafone jetzt untersagt, wichtige Informationen für den Mobilfunktarif Red XS in seinem Werbeflyer zu verstecken. Streitpunkt war, dass Vodafone wesentliche Bedingungen des Tarifs in einer kaum lesbaren Fußnote auf diesem Werbeflyer gedruckt hatte.

Zum beanstandeten Werbemittel

Deshalb gingen die Verbraucherschützer juristisch gegen Vodafone vor und warfen dem Unternehmen unlautere Werbung durch Verschweigen wesentlicher Informationen zum Vertrag vor. Das Landgericht folgte jetzt der Ansicht der Verbraucherschützer, dass durch die Gestaltung des Flyers den Verbrauchern wesentliche Informationen über den Tarif und dessen Preis vorenthalten worden sind, und damit liege eine Irreführung vor.

Den Verbraucherschützern zufolge hatte Vodafone in einem mehrseitigen Werbeflyer für einen Mobilfunktarif geworben. An mehreren Angaben zum Monatspreis und zum Leistungsumfang befand sich nur ein Hinweis auf die Fußnote 1. – und diese Fußnote wurde zusammen mit weiteren Fußnoten auf einer Seite des Werbeflyers abgedruckt. Dabei sei der Text aber aufgrund seiner Gestaltung für Interessenten nicht wirklich lesbar.

Der Text der Fußnoten war kaum lesbar

Unter anderem enthielt die beanstandete Fußnote wichtige Hinweise zur Mindestlaufzeit,  Informationen zum einmaligen Anschlusspreis und weitere Details zum Leistungsumfang des Vertrages.

Die echt winzige Schrift in 3-Punkt-Größe soll jedoch kaum zu lesen gewesen sein. Außerdem sei die Lesbarkeit noch dadurch erschwert worden, dass sich die Fußnoten über die volle Seitenlänge zogen und aus einem einzigen, nicht gegliederten Absatz mit 1.530 Wörtern bestanden. Dabei ist der Text auch noch in einem Grauton gedruckt worden, der auf glänzendem Untergrund nur schwer erkennbar war.

Das Landgericht Düsseldorf verurteilte den Provider deshalb, diesen Werbeflyer nicht weiter zu nutzen (Az. 38 O 41/22). Sollte Vodafone die beanstandeten Werbeflyer weiter nutzen, droht jetzt eine Strafe von bis zu 250.000 Euro oder sogar Ordnungshaft von bis zu sechs Monaten. Hier fragt sich der kleine Mann allerdings, wer denn in diesem Fall in den Knast ginge – der Vorstandsvorsitzende, der Marketingleiter oder eine Reinigungsfachkraft…

Vodafone verstößt öfter gegen Gesetze

Vodafone fiel schon früher immer wieder negativ auf, wenn es darum ging, Gesetze einzuhalten. Gerade erst Mitte Dezember 2022 wurde bekannt, dass Vodafone 41.000 Euro Strafe zahlen muss, weil gegen ein im Sommer 2021 erlassenes Gerichtsurteil verstoßen wurde.

Demnach darf das Unternehmen Verbrauchern keinen Vertragsabschluss für Red Internet & Phone Cable oder das Vodafone Sicherheitspaket bestätigen, wenn dieses nicht von ihnen bestellt wurde. Trotz des Verbots machte Vodafone das aber weiterhin…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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