Gewalttätige Ausschreitungen in der iPhone-Fertigung

In einer iPhone-Fabrik in Indien soll es gewalttätige Ausschreitungen gegeben haben. Die Polizei hat Personen verhaftet, und angeblich soll die Lage wieder unter Kontrolle sein, berichten übereinstimmend mehrere indische Nachrichtenseiten.

Im Industriepark Narasapura im Bezirk Kolar betreibt der taiwanische Auftragsfertiger Wistron eine Fertigungsanlage, in der unter anderem iPhones für den Apple-Konzern gefertigt werden.

Die Fertigung der Blut-Smartphones von Apple

In dieser Fabrik soll es am Samstag nach dem Ende der Nachtschicht zu Aufständen gekommen sein. Die Mitarbeiter sollen Möbel, Türen, Fenster, Büroräume und auch Montageeinheiten der Fabrik zerstört haben. Außerdem hätten sie versucht, Fahrzeuge in Brand zu setzen. Die Polizei soll die Lage aber relativ schnell unter Kontrolle gebracht haben.

Im Andenken an afrikanische Diamanten, die mit hohem Blutzoll gefördert werden, sprechen erste Kommentatoren bei den teuren Apple-Handys, für die sich schon mehrfach Arbeiter eines chinesischen Auftragsfertigers vom Fabrikdach in den Tod gestürzt haben, von Blut-Smartphones.

Ein Bericht von India TV mit Verweis auf Angaben der Polizei sagt, dass 132 Personen verhaftet wurden. Die Times of India hingegen zitierte dieselbe Polizei mit nur 80 Festnahmen. Nach Angaben der Polizei soll es bei dem Konflikt um Probleme mit der Lohnzahlung gegangen sein.

Wistron kürzte die Löhne massiv

In der India Times war zu lesen, dass die Arbeiter verärgert waren, weil Wistron ihnen nicht den vereinbarten Lohn gezahlt habe. Teilweise soll den Leuten nur knapp die Hälfte des zugesicherten Monatslohns ausgezahlt worden sein.

Der Frust darüber habe die Ausschreitungen verursacht, nachdem sich die Arbeiter am Freitagabend über die gekürzten Lohnzahlungen unterhalten hätten. Wistron äußerte sich bisher noch nicht zu den Ausschreitungen und den möglichen Hintergründen.

Die Polizei wies darauf hin, dass sich die Wistron-Mitarbeiter an die zuständigen Behörden hätten wenden müssen, um den Konflikt zu klären, und auch die Politik reagierte mit Entsetzen und verurteilte die Gewalt.

Es ist noch nicht bekannt, warum die Arbeiter sich keinen juristischen Rat geholt und sich nicht an die zuständigen Behörden gewandt hatten – obwohl in solchen Ländern ja Wirtschaft und Politik gerne unter einer Decke stecken… Entsprechende Ermittlungen laufen noch.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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