Google Revolv: Wer nichts kauft, hat auch nichts

RevolvHub_Schon seit längerer Zeit versuchen ganz besonders IT-Unternehmen, aber auch Autohersteller, ihren Kunden keine Produkte mehr zu verkaufen, die dann in deren Eigentum übergehen, sondern nur noch „Nutzungsrechte“ an den Produkten.

Man kennt das von Musik und Filmen, aber auch von Autos, von denen man in der Werbung keinen Kaufpreis mehr, sondern nur noch den scheinbar niedrigen monatlichen Preis für die Nutzungsrechte gezeigt bekommt.

Kleine Monatsgebühr täuscht über die Gesamtkosten der Nutzung

Rechnen Sie aber mal aus wieviel es Sie wirklich gekostet hat, ein Office 365 Home für einen PC zum monatlichen „Rechteüberlassungspreis“von 7 Euro die durchschnittliche Nutzungsdauer von vier Jahren zu nutzen – es sind satte 336 Euro.

Und wenn Sie das Abo kündigen, können Sie nicht mehr auf ihre Dokumente in der Cloud zugreifen und auch lokal gespeicherte Dokumente nicht mehr öffnen – dann Sie dürfen und können die im Grunde nur geliehene Programmkopie nicht mehr nutzen.

Wer auf eine andere Office-Suite umsteigt, kann auch das bisher genutzte Office nicht zur Finanzierung des neuen weiterverkaufen – so trocknet man den Gebrauchtsoftware-Markt effizient aus.

So verliert man sein Geld mit Streaming von Musik und Filmen

Das Problem bei Musik und Filmen aus dem Netz zeigte sich auch recht schnell: Wer schon Hunderte oder gar Tausende Euros für eine Musik- oder Filmesammlung in Apples iOS-Apotheke „gekauft“ hat und auf ein Android-Smartphone wechselt, kann die teuer bezahlte Musik und die Filme nicht mehr hören und sehen.

Die dazu gekauften Rechte beziehen sich nämlich nur auf den Abruf von Apple, und das geht mit einem Android-Smartphone nun mal nicht. Dasselbe gilt übrigens auch für Konsumenten, die ihre Filme und Musikalben aus Googles Playstore „gekauft“ haben, weil sie das Betriebssystem Android auf ihrem Smartie haben.

Google betrügt jetzt die Resolv-Kunden

Jetzt hat Google ein besonders perfides Meisterstück auf dem Gebiet des Kundenbetruges vorgeführt: Wer sich für satte 300 Dollar einen Hub für die Heimautomatisierung von der Google Tochter Nest bzw. deren Tochter Revolv gekauft hat, kann das (zu) gute Stück Technik schon im nächsten Monat nicht mehr benutzen, denn Google will die dafür nötigen Server im Mai 2016 abschalten. Dabei wissen die meisten Nutzer überhaupt nicht, daß ihre Heimautomatisierung nur mit laufenden Google-Servern dazu funktioniert.

Der Grund dürfte darin liegen, daß die Geräte zu gut sind, denn der Revolv-Hub unterstützte Z-Wave, WLAN und Insteon und damit auch Nest, Sonos und Philips Hue. Mit einer entsprechenden App ließen sich alle Geräte trotz der unterschiedlichen Protokolle steuern – auch über das Internet.

Google will aber nur seine eigenen Produkte an den Mann bringen – das ist analog zu Musik und Filmen mit Android- und iOS-Betriebssystem zu sehen…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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