Google und Facebook tracken User auch auf Pornoseiten

Die Internetriesen Google und Facebook schauen den Internetnutzern fast im gesamten Netz auf die Finger und speichern alles, was diese so machen – auch wenn die Surfer sich die Pornoseiten im Inkognito-Modus des Browsers ansehen. Kaum etwas kann kompromittierender für Betroffene sein, als ihre sexuellen Vorlieben.

Google ist auf 3 von 4 Pornoseiten mit im Boot

In einer aktuellen Studie haben Forscher 22.484 Pornowebseiten auf Tracker untersucht und dabei festgestellt, dass 93 Prozent der Seiten Daten an durchschnittlich sieben Drittparteien sendeten. Der Hammer dabei: In 74 Prozent der Seiten war Google eingebunden, worüber zuerst die New York Times berichtete.

Oracle bekam Daten von 24 Prozent der untersuchten Seiten, und Facebook war auf jeder zehnten Pornoseite integriert, wobei auf Facebook ja Nacktheit strikt tabu ist.

Was die Google und Facebook mit den gesammelten Informationen über ihre User von Pornoseiten machen, ist nicht bekannt. Oracle gehört allerdings zu den großen Datenhändlern, die mit dem Verkauf detaillierter Profile von Menschen und deren Interessen Geld machen. Eine entsprechende Nachfrage der New York Times hat Oracle nicht beantwortet.

Die Worte hör ich wohl – allein mir fehlt der Glaube

Man denkt bei den Stellungnahmen der Internet-Giganten schnell an diesen suizidalen Trinkspruch aus Altmeister Goethes “Faust”, denn Google gibt an, die Daten nicht zu verwenden:

“Wir erlauben keine Google-Werbung auf Websites mit Inhalten für Erwachsene und verbieten personalisierte Werbung und Werbeprofile, die auf den sexuellen Interessen eines Nutzers oder damit verbundenen Aktivitäten im Internet basieren.”

Da bleibt doch die Frage, warum die Daten denn überhaupt erst erhoben werden. Tatsache ist aber, dass Google in einen Großteil der Pornoseiten eingebunden wurde und die entsprechenden Daten auch erhält.

Auch Facebook äußerte sich gegenüber der New York Times ganz ähnlich. Ein Sprecher des Gesichterbuchs betonte, dass die Community-Richtlinien des Unternehmens eine Verwendung der hauseigenen Trackingtools auf Pornoseiten verbieten würden. Sie sind aber vorhanden, wie die Forscher eindeutig festgestellt haben…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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