Gott, ist der Gottlieb lieb zu Erdogan

GottliebErdoganSchon vor dem Militärputsch galt die Türkei als das „größte Gefängnis für Journalisten weltweit“. So drückte es Can Dündar, Chefredakteur der linken Tageszeitung „Cumhuriyet“ aus.

Inzwischen bricht das vom islamistischen Despoten Recep Tayyip Erdogan diktatorisch regierte Land am Bosporus alle Rekorde beim Einkerkern kritischer Journalisten und Publizisten. Bisher trafen Erdogans Publizisten und Verfolgung am häufigsten kurdische Autoren.

Jetzt heißt der Staatsfeind Nummer Eins Fethullah Gülen

ErdoganFocus20160807Die neue Säuberungswelle richtet sich aber zunächst gegen den Feind im eigenen islamischen Haus. Alle über 60.000 von Diktator Erdogan „entfernten“ Türken sollen der Bewegung des in den USA lebenden Islampredigers Fethullah Gülen angehören.

Erdogan macht sie für den Putsch verantwortlich, bezeichnet sie als Terrororganisation und hat seine Gefängnisse seit dem Putsch mit weiteren 20.000 Türken, die nicht das Loblied seiner islamistischen Partei AKP singen, überfüllt – die Menschen in den Gefängnissen werden übereinander gestapelt, wie geleakte Fotos zeigen.

Gott, ist der Gottlieb lieb zum Sultan

Gleichzeitig bringt der Präsident auch kritische säkulare Stimmen zum Schweigen. Bei manchen braucht er sich aber erst gar nicht anzustrengen, wie das berühmte „Interview“ (könnte glatt das Unwort des Jahres werden) mit dem völlig rückgratfreien BR-Chefredakteur Sigmund Gottlieb zeigt.

Wer gelegentlich mal einen Kommentar von diesem Oberjournalisten der bayrischen Sendeanstalt genossen hat, wußte sicherlich, daß von diesem Relikt aus längst vergangenen Zeiten nicht viel zu erwarten ist, aber viele Journalisten macht das ARD-Interview des bayrischen Feiglings Gottlieb im wahrsten Sinne des Wortes sprachlos.

ErdoganAffeSchmalIn den Redaktionen der Türkei herrscht die blanke Angst. Viele Kollegen sind schon ins Ausland geflohen, andere haben sich inzwischen ins innere Exil zurückgezogen und wagen aus Angst um Leben, Gesundheit, Freiheit, Job und ihre Familien kein kritisches Wort mehr gegen ihren islamistischen Präsidenten. Widerspruch gibt es in der Türkei kaum noch – die Angst um Job und Freiheit ist einfach zu groß.

Das ist aber auch kein Wunder, wenn selbst die deutsche ARD es nicht wagt, dem türkischen Präsidenten kritische Fragen zur Pressefreiheit zu stellen! Der Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, Sigmund Gottlieb, hat es in seinem Interview noch nicht einmal versucht! Menschen wie Herr Gottlieb haben die Pressefreiheit sicher weder erfunden noch verdient.

Screenshot: ARD

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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