Heute ist Mafiasprechstunde bei VW

millionstervw1955Gerade läuft noch die Pressekonferenz zum Kahlschlag bei VW und wird auf n-tv und n24 live übertragen.

Wenn ich diese Verbrecher im Nadelstreifen von Betriebsrat über den Vorstand bis zum Aufsichtsrat und den Politikern dort reden hört, wenn ich zuhöre, wie die Abgasbetrüger ihren eigenen VW-Skandal wie eine Art höhere Gewalt und damit alternativlos darstellen, wird mir schon ziemlich übel.

VW-Zukunftspaket für Mitarbeiter: 30.000 Entlassungen

Die Zukunftspaket von VW: 30.000 Mitarbeiter von VW werden ihren Arbeitsplatz verlieren, 23.000 davon in Deutschland. Diese Menschen werden ihr Häuschen nicht weiter abzahlen können, sie werden erst ihr Auto und dann ihre Kreditwürdigkeit verlieren, irgendwann kein Bankkonto und keinen Handyvertrag mehr kriegen und sich – je nach innerer Stärke – möglicherweise am Ende aufhängen.

Daran hängen auch Frauen und Kinder, denen mit dem Wegfall des Einkommens des Haupternährers der Familie jede Basis für Anerkennung, Entwicklung oder zumindest die Teilhabe in dieser spätkapitalistischen Gesellschaft genommen wird.

VW-Zukunftspaket für Manager: Satte Boni

Die Manager, die das mit ihren Betrügereien in Kooperation mit den immer willfährigen Politikern eigentlich zu verantworten hätten, labern da auf der Bühne mit Einstreuung von mäßig passenden englischen und IT-technischen Fachausdrücken (soll wohl Kompetenz zeigen, klappt aber nicht, wenn Genus oder Casus nicht stimmen – nur Öttinger ist schlimmer!) von der “Zukunft” des Konzerns, den sie gerade alle gemeinsam aus Gier zugrunde gerichtet haben.

Alleine der im letzten September zurückgetretene Martin Winterkorn bekam noch im letzten Jahr (2015) Boni in Höhe von 6,9 Millionen Euro, die ihm ein Gesamtgehalt von 7,3 Millionen Euro von VW einbrachten. Im Jahr davor waren es sogar fast 16 Millionen, die Winterkorn laut n-tv kassierte.

Die Zukunft kann nicht mehr stattfinden

Die 19 Milliarden, die VW schon gezahlt hat, und die bei Weitem nicht das Ende der Fahnenstange sind, fehlen jetzt an jeder Ecke und Kante für den Umstieg auf Elektroautos. Wenn ich daran denke, wie viele E-Tankstellen man davon in Deutschland hätte bauen können, wird mir regelrecht schlecht. Und es könnten leicht noch 50 oder gar 100 Milliarden werden – das weiß noch keiner so ganz genau.

Foto: Ralf Roletschek, GFDL – GNU-Lizenz für freie Dokumentation

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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