Hunderttausende protestieren für besseren Klimaschutz

Eigentlich hatte ich als Alt-68er, der dem Streit gegen das Establishment damals vor 50 Jahren noch ein ganzes Semester Studium der allgemeine Elektrotechnik geopfert hatte, obwohl die Ingenieurschule am Viehofer Platz in Essen im damaligen Studentenstreik ihre Scheine schon für reine Anwesenheit vergab, den Glauben an die junge Generation schon lange komplett verloren.

Denn der Umgang der von den Umtrieben der Mächtigen Betroffenen mit diesen Zumutungen hat sich in den letzten gut 5 Jahrzehnten gravierend geändert:

Damals war es noch egal, ob es um die Befreiung der Menschen von gesellschaftlichen Zwängen, um Gleichberechtigung, gegen den Krieg, um Umweltschutz, zu hohe Mieten oder gegen Atomkraft ging: Man konnte sich darauf verlassen, dass die Jugend auf der Straße war – selbst hier im kohlrabenschwarzen Münsterland, wo ich groß geworden bin.

Scheiss auf die Welt – wo ist mein Smartphone?

Heute, so hatte ich bis dato den Eindruck, können die korrupten Eliten mit ihren Handlangern in Politik und Verwaltung den Jungen ja schon seit gut 20 Jahren (nicht nur) hier in Deutschland alle Rechte beschneiden und mit allen Mitteln dafür sorgen, dass die Reichen reicher und die Armen immer mehr werden – die Jugendlichen sehen die Probleme offenbar erst, wenn sie ihre Handyrechnung nicht mehr bezahlen können oder bei der ARGE Schlange stehen…

Weil die Jugendlichen sich heute mehr für das neueste Gedaddel oder die letzte WhatsApp-Nachricht auf den Bildschirmen ihrer Smartphones als für die Zerstörung ihres Lebensraums, ihrer Zukunft und ihres (einzigen) Planeten auf dem Weg in den Überwachungskapitalismus interessieren, hatte ich die letzte Generation schon lange komplett abgeschrieben. Aber es gibt endlich wieder Hoffnung:

Mehr als 300.000 Demonstranten gestern bei Fridays for Future

Über 300.000 Demonstranten haben nach Schätzungen der Veranstalter gestern an den bundesweiten Protesten für mehr Klimaschutz teilgenommen, die letztlich die 16jährige Schwedin Greta Thunberg ins Leben gerufen hat.

Die 16-Jährige Aktivistin protestiert (statt zur Schule zu gehen) seit Monaten jeden Freitag unter dem Motto „Schulstreik fürs Klima“ vor dem Reichstag in Stockholm gegen den Klimawandel.

Wie die Organisation „Fridays For Future Germany“ inzwischen auf Twitter mitteilte, gab es bei uns in Deutschland Proteste in mehr als 230 Städten. Die größten Kundgebungen in Berlin, Köln und München wurden nach Polizeiangaben von jeweils mehr als 10.000 Teilnehmern besucht.

Foto: Fridays for Future-Demo Hamburg März 2019, Malte Hübner, CC BY-SA 3.0

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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