Internetprovider müssen Porno-Portal xHamster blocken

Die fünf größten deutschen Provider sollen jetzt das Porno-Portal XHamster sperren. Der Pornoseitenanbieter fordert eine branchenweite Lösung für die Altersverifikation. Deutsche Internetanbieter müssen nach Anordnung der Medienanstalten jetzt den Zugang zu de.xhamster.com blockieren.

Die fünf größten deutschen Internetprovider sollen das deutsche Angebot des Porno-Portals XHamster.com sperren. Die Landesmedienanstalten hätten den Providern entsprechende Bescheide zugestellt, teilte die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) am heute mit“Auf der Seite sind pornografische Angebote frei zugänglich – ohne dass sichergestellt ist, dass Kinder und Jugendliche keinen Zugang dazu erhalten”, lautet die Begründung. Schon seit Jahren versuchen die Landesmedienanstalten, bei einigen Pornoseiten den deutschen Jugendschutz durchzusetzen.

Ein Telekom-Sprecher bestätigte inzwischen, dass die Sperrverfügung am heute eingegangen sei und aktuell geprüft werde.

Die Vorgeschichte dazu

Jetzt sollen die angesprochenen Provider, darunter auch Vodafone und 1&1, den Zugang zu de.xhamster.com blockieren. 2020 hatten die Provider die Aufforderung zu freiwilligen Sperren abgelehnt. Vodafone zufolge hat bei einer solchen Sperraufforderung grundsätzlich “eine Abwägung aller relevanten Grundrechte zu erfolgen, insbesondere sind auch die Informationsfreiheit der Nutzer sowie die Berufs- und Eigentumsrechte des betroffenen Anbieters zu berücksichtigen”. Daher bedürfe es erst einmal einer juristischen Überprüfung, ob so eine Sperre überhaupt zulässig sei.

Außerdem hatte Vodafone seinerzeit angekündigt, eine eventuelle Sperrverfügung einer intensiven rechtlich Prüfung unterziehen zu wollen, “insbesondere auch darauf, ob seitens der Behörden alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, gegen den Betreiber dieses Internetangebots direkt vorzugehen”.

Das ist inzwischen passiert. Die zuständige Landesmedienanstalt NRW hat beispielsweise den Hostprovider von XHamster ausfindig gemacht und ihn aufgefordert, die Seiten zu blockieren. Dass dieser Anbieter (angeblich die niederländische Dataweb Global Group) die Anordnung aus NRW umsetzen würde, galt aber als ” höchst unwahrscheinlich”.

Deshalb war eigentlich schon zu erwarten, dass die Provider nun zu Netzsperren gezwungen würden. Der Nachrichtenagentur dpa hatte XHamster mitgeteilt, Netzsperren seien “weit von einer optimalen Lösung entfernt”.

Durch solche Sperren würden junge Menschen nur auf kleinere Seiten ausweichen, bei denen sie extremeren Inhalten ausgesetzt seien. Das Unternehmen sei auch bereit, mit den deutschen Behörden zusammenzuarbeiten und eine Altersverifikation einzusetzen, was aber branchenweit geschehen müsse.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
Dieser Beitrag wurde unter Internet, News, Recht, Sicherheit, Soziales, Wirtschaft abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.