IT-Gipfel: Die Politik will die kostenpflichtige DE-Mail mit eingebauter Abhörschnittstelle noch mehr unterstützen

demailEs läuft nicht gut mit der DE-Mail in Deutschland. Und das ist auch gut so. Denn welcher Bürger braucht eine Email, die ihm eine Sicherheit vorgaukelt, die sie gar nicht hat.

Die DE-Mail wirbt ja damit, dass sie verschlüsselt arbeitet, aber innerhalb des System werden alle DE-Mails geöffnet, so dass jeder, der sowas benutzt, seine Mails und Anhänge auch gleich direkt beim BND abgeben könnte.

Glauben Sie nicht der perfiden Werbung des DE-Mail-Konsortiums im Fernsehen, die das System als supersicher darzustellen versucht und die vorsätzlich von der Politik eingebauten Schnittstellen zur Bespitzelung der eigenen Bürger unterschlägt.

Die Politik hilft der DE-Mail, Grundrechte zu verletzen

Auf dem heutigen „Nationalen IT-Gipfel“ vertreten Stasi-Merkel und sechs ihrer Minister wieder ausschließlich die Interessen von Wirtschaft und Geheimdiensten – der Wahlpöbel ist den Politikern völlig egel. Schließlich wählen die Bürger nur (wenn sie es überhaupt noch tun), aber die Industrie zahlt die Parteispenden.

Die korrupten Hilfskräfte aus CDU, CSU und SPD springen den Schnüfflern von DE-Mail-Konsortium und Geheimdiensten jetzt zur Seite: Es soll nun eine neue Initiative von Anbietern und dem Innenministerium für die breitere Nutzung des Digitalbriefsystems sorgen.

Wer zahlt denn 40 Cent für eine Email mit Abhörgarantie?

Wie eigentlich? Dass man Städte und Gemeinden mithilfe der dort tätigen korrupten Politiker, die sich für höhere Aufgaben empfehlen wollen, zur Teilnahme nötigen kann, ist sicher keine Frage.

Aber denken Sie mal an die DE-Mail-Fernsehwerbung: „Kann ich Deine privaten Emails mal lesen?“ „Ach, da werden Sie ja ganz rot, wenn Sie das lesen…“. Wie sollte man die davon überzeugen, dass sie in Zukunft statt der kostenlosen Email in Zukunft für eine DE-Mail fast soviel bezahlen sollen wie für einen Brief.

Ich schreibe ohne Kosten knapp ein Dutzend Emails pro Tag, mit DE-Mail würde das schon mehrere Hundert Euro im Monat kosten. Als Hatz IVer kann ich mir die DE-Mail also gottseidank gar nicht leisten.

Dafür sind meine Emails viel schwieriger mitzulesen als die DE-Mail, denn die hat ja die Abhörschnittstellen schon eingebaut…

Die Fachleute, die sich eine eigene Meinung erlauben können, sind sich einig

Informatikprofessor und Eco-Vorstandsvorsitzender Michael Rotert kritisierte die DE-Mail im Sommer 2014: „Firmen, die mit staatlichen Stellen umgehen, haben sicher Vorteile. Aber bei Privatnutzern wird sich die DE-Mail wegen der fehlenden Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht durchsetzen“.

DE-Mails werden standardmäßig nicht End-to-End verschlüsselt. Das Innenministerium nannte die DE-Mail in der Vergangenheit „so nutzerfreundlich wie möglich und so sicher wie nötig“. Zu Deutsch heißt das: Man muss die Benutzer von DE-Mail abhören können, sonst macht es für den Staat keinen Sinn.

Mein Tip zur DE-Mail: Wer nicht bereit ist, für seine Atemluft zu bezahlen, sollte das auch nicht für Emails mit Abhörgarantie tun.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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1 Antwort zu IT-Gipfel: Die Politik will die kostenpflichtige DE-Mail mit eingebauter Abhörschnittstelle noch mehr unterstützen

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