Keine Chance auf die Notruf-App Nora

Es ist ja in Deutschland schon Standard, dass die von Politikern gesponserten Apps eher teure Rohrkrepierer als hilfreiche Tools für die Bürger sind. Besonders, wenn Unions-Politiker wie Andreas Scheuer oder Jens Spahn versuchen, das Merkelsche “Neuland” zu erobern. Ich denke da an diverse Anwendungen von der Corona-Warn-App über die Luca-App bis zur Autobahn-App und der Führerschein-App ID-Wallet.

Auch die Notruf-App Nora ist dabei, sich in die Reihe von Fehlschlägen bei politisch beauftragten Apps einzuordnen.

Die Theorie klingt gut, aber die Praxis ist ernüchternd

Eigentlich soll Nora ja das Absetzen eines Notrufes an Polizei und Feuerwehr erleichtern. Gegenüber einem klassischen Notruf an die 110 und die 112 hat die Nora-App (Notruf-App) einen klaren Vorteil:

Wer Polizei oder Feuerwehr über die Smartphone-App ruft, teilt auch gleich den Standort seines Handys. So können die Einsatzkräften ihn dann leichter finden. Außerdem braucht man für einen Notruf nicht direkt mit der Einsatzleitstelle sprechen – das hilft besonders Menschen mit Atemnot oder Hör- und Sprachproblemen.

Allerdings hat das nordrhein-westfälische Innenministerium den Download über Apples App Store und Googles Play Store inzwischen wieder ausgesetzt, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Bei der ersten stärkeren Nutzung brachen die Server zusammen

Weil am 29. September 2021 die Notrufnummern 110 und 112 in Nordrhein-Westfalen ausgefallen waren, wichen die Nutzer in Not stattdessen auf Nora aus – und das brachte die Server der App an ihre Leistungsgrenze. Deshalb musste das Notrufsystem Nora schon zwei Tage nach dem Start wieder dicht machen – die App verschwand aus den App-Stores.

Wer die App schon heruntergeladen und sich registriert hat, darf sie aber weiter benutzen. Es hieß auch, dass Menschen mit mit eingeschränkten Sprach- und Hörfähigkeiten unter www.nora-notruf.de/hilfe einen Zugang für die App anfordern können.

Eigene Erfahrungen mit Nora

Da ich häufig bei kleinsten Anstrengungen Atemnot bekomme und dann nicht mehr gleichzeitig atmen und sprechen kann, habe ich gestern morgen über das Formular der Betreiber um einen Downloadlink für die App gebeten.

Ich hoffte auf einen Download-Link, bekam aber dann eine Email auf mein Smartphone, die nur sagte, dass meine Emailadresse “aufgenommen” wurde (was immer das heißt) und ich zeitnah eine Einladung zur App-Nutzung erhalte – nicht unbedingt das, was ich mir vorgestellt hatte.

Und die Ticketnummer 746.597 verspricht ja auch nicht unbedingt die baldige Nutzung der Nora-App.

Da bleibt eigentlich nur noch das Prinzip Hoffnung, denn die stirbt ja bekanntlich zuletzt. Vielleicht sogar mit mir zusammen? *grübel*

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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1 Antwort zu Keine Chance auf die Notruf-App Nora

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