Kommentar: vom PC über Smartphones und Tablets zu Wearables und letztlich zum Implantat

GoogleGlassSHeute Morgen las ich im Nachrichtenkanal Golem diese euphorische Message von einem Apple-Jünger über sogenannte Wearables:

Wearables, also kleine Computer, die man mit sich trägt, sind der nächste Schritt für die Hardwareplattformen der Post-PC-Ära

Schon der Marketing-Begriff Post-PC-Ära stößt mir übel auf. Es ist zwar richtig, dass immer weniger Desktop-PCs verkauft werden. Aber das ist auch völlig normal, wenn Alternativen wie Smartphones und Tablets, für die man kein IT-Studium abgeschlossen haben muss, um sie immer noch nicht bis ins letzte bedienen, geschweige denn verstehen zu können, zu günstigen Preisen zu kaufen sind.

kabelsalatFür die Mehrzahl der Menschen, die die Computer nur zur Information und Kommunikation nutzten, ist es eben einfacher, sich ein Tablet oder Smartphone zu greifen als sich mit dem Desktop-PC, seinem Kabelsalat, Platzbedarf und seiner für keine zwei Pfennige an menschliche Bedürfnisse angepassten Bedienung abzuquälen.

Wer als nicht technisch interessierter Mensch und PC-Besitzer niemanden kennt, der ihm helfen kann, wenn ein Treiber streikt, ein Bluescreen aufkommt oder ein Virus 200 Euro über Western Union fordert um den angeblich für Copyrightverstöße oder Kinderporno benutzten und deshab „amtlich gesperrten“ PC wieder funktionsfähig zu bekommen, ist in der bisherigen IT-Landschaft verloren wie ein totgeborenes Kind, das sich im Sande verlaufen hat.

ALDImedion-lifetab_e10310Für diese überwiegende Mehrzahl der Menschen, die sich ein Ungetüm wie den Desktop-PC früher ja nur auf den Schreibtisch stellten, weil sie im Internet surfen, mit Freunden und Verwandten Fotos und Videos tauschen, auf Facebook ihrem Narzismnus (oder dem Gruppenzwang) nachgehen wollten, sind die in Massen verkauften Tablets, Phablets und Smartphones doch ein Segen – und das sind ja auch PCs – also Personal Computer, nur handlicher und einfacher im Umgang.

Blöd ist es nur das damit verbundene „Always On“, die ständige Erreichbarkeit, die früher oder später zu massiven psychischen Schäden bis hin zum Burnout führt. Und wenn dann auch noch am Samstagabend eine Facebook-Freundschaftsanfrage vom Chef kommt…

googlebrilleDie nächste Stufe auf dem Weg zum Big Brother ist dann eine Armbanduhr, die als Computerinterface dient (von denen gibt es immerhin schon 16 Stück auf dem Markt!) oder eine Brille, die einem die Benutzerschnittstelle ins Gesichtsfeld projiziert (Neudeutsch: Augmented Reality) und mit Sprache oder Augenzwinkern gesteuert wird. Da wird es dann schon echt haarig.

samsung-GalaxyGearDie bisher schlimmste Stufe sind Maschinen, die man nicht mehr am, sondern im Körper trägt, also Implantate. Natürlich sind Implantate wie Herzschrittmacher letztlich auch Computer-Implantate, aber die kommunizieren im Normalfall nicht, sondern stellen einfache Regelungen dar: Ihre Sensoren analysieren den Herzschlag und steuern ihn mit elektrischen Impulsen, wenn er unregelmäßig wird.

rfid-chips150Die gefährlichen Implantate sind die, die mit externen Maschinen kommunizieren. Die einfachste Stufe davon sind zum Beispiel RFID-Chips, die sich Menschen unter die Haut pflanzen lassen, um über sie beispielsweise Zugang zu Räumen oder Computern bekommen. Es laufen aber auch schon Menschen mit Chips unter der Schädeldeckel herum.

Ich lese dann bei Golem weiter:

Jeder Moment, in dem das Smartphone für wenige Sekunden aus der Hosentasche gezogen wird, um etwa die Notifications zu lesen, ist ein Moment, der Smartwatches gehören wird.

Ich hätte da eine Empfehlung für Leute, die trotz aller Anstrengung, irgendwie mit der Entwicklung mitzuhalten, auf der Strecke zu bleiben drohen und dadurch schon depressiv oder sogar schon im Burnout-Bereich sind:

Nehmen sie den Lithium-Ionen-Akku aus ihrem Smartphone, kratzen Sie sein Innenleben in eine Glasschüssel und mixen es ganz klein. Dann Milch, Zucker und Früchte ihrer Wahl hinzugeben, nochmals kurz aufmixen und in ein Trinkglas füllen.

So ein Lithium-Drink beseitigt nicht nur die Depressionen, sondern auch den Always On-Zwang, denn ein Smartphone ohne Akku klingelt nicht und nimmt auch keine SMS oder Emails an.

Das bringt die nötige Zeit, einmal darüber nachzudenken, worin der Sinn des Lebens auf diesem Planeten bestehen könnte…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines, Internet, Kommentar, Mobilgeräte, Programmierung, Soziales, Wirtschaft abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.