Kommentar: Schockfotos nur auf Zigarettenschachteln?

tabakwerbungDie Menschen nutzen seit alters her Drogen – harte und weiche, legale und illegale. Das hat sich bis heute nicht geändert. Die legalen verursachen die höchsten Schäden. Kein Wunder, denn die kann man ja an jeder Ecke kaufen ohne vorher rechts und links schauen zu müssen.

Tabak…

Es ist sicher auch eine gute Idee, die Hemmschwelle junger Menschen für Drogen wie Tabak, die kaum eine Drogenwirkung, dafür aber ein enormes, von der Industrie noch verstärktes Suchtpotential entfalten, jetzt mit drastischen, abschreckenden Bildern von Krebskranken, Raucherlungen und ähnlichen Motiven ebenso drastisch zu erhöhen.

…und andere Drogen

Mir fehlt da nur die konsequente Gleichbehandlung. Warum finden sich auf Bier- und Schnapsflaschen keine Bilder von geschädigten Lebern oder im eigenen Urin in der Gosse liegenden Alkoholikern?

Vielleicht aus dem gleichen Grund, aus dem gestern in Brüssel auch die Slim-Zigaretten nicht verboten wurden, die Menthol-Zigaretten weitere 5 Jahre lang junge Mädchen zum Rauchen verführen dürfen und die Schockfotos nur 65 statt der geforderten 75 Prozent der Schachtel bedecken müssen?

Das sind eigentlich zwei Gründe: Einerseits bekommt der Staat aus dem Verkauf der legalen Drogen Tabak und Alkohol direkt reichlich Steuergeld und andererseits war die mit viel Geld geschmierte Lobby-Aktion der Tabakkonzerne in Brüssel, besonders die Abteilung „persönliche Zuwendungen und Parteispenden“ sehr effektiv, wie man am Ergebnis des Gesetzgebungsvorganges ganz offensichtlich erkennt.

Da muss ich ja keine Angst haben, dass auf meinen Gras-Tütchen demnächst ein Schockbild meiner Ex aufgedruckt ist, denn beim Verkauf illegaler Drogen kommt es in aller Regel nicht zur Versteuerung und es lohnt auch nicht, Abgeordnete zu schmieren, weil sich bei illegalen Drogen kein (Schmier-) Geld verdienen lässt. Obwohl ja bekanntlich nach einem investigativen Pressebericht von SAT1 aus dem Jahr 2000 im Reichstag und im Abgeordnetenhaus kein einziges Kabinett auf den Toiletten frei von Kokain-Spuren war…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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5 Antworten zu Kommentar: Schockfotos nur auf Zigarettenschachteln?

  1. popst sagt:

    mama was ist mit deinem Fuss

  2. Dieter sagt:

    Ich hätte noch einen Vorschlag für abschreckende Bilder: Ein Foto des Bischofs von Limburg Tebartz-van Elst…

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