Kriminalbeamte fordern Ende des Cannabisverbots

BDK-Chef André Schulz fordert Freigabe von Cannabis:  Das Verbot ist historisch ‎betrachtet willkürlich erfolgt und bis heute weder intelligent noch zielführend.

Vor dem Hintergrund dieser Einschätzung fordert der Chef des Bundes deutscher Kriminalbeamter jetzt die „komplette Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten ein“. So läuft die Entwicklung auch schon seit längerer Zeit im Rest der Welt:

In den USA hat nach Colorado, Washington, Oregon, Alaska und Nevada zum Jahreswechsel auch Kalifornien den Hanf freigegeben (Massachusetts und Maine wollen trotz Trump auch in diesem Jahr das Verbot aufheben).

Zur Begründung sagte Schulz der „Bild“-Zeitung, durch das geltende Rechtssystem würden Menschen stigmatisiert und kriminelle Karrieren erst befördert. Es gebe bessere Möglichkeiten in der Drogenpolitik als vor allem auf Repression zu setzen, erläuterte Schulz weiter.

Dazu gehöre es „zu lernen, mit einem verantwortungsvollen Drogenkonsum umzugehen, Konsumenten und Suchtkranken unter Fürsorgeaspekten zu helfen und einen tatsächlich wirksamen Kinder- und Jugendschutz möglich zu machen“.

Rechtliche Aspekte verbieten das Verbot von Cannabis

Auch Rechtsprofessor und Soziologe Sebastian Scheerer brachte in einem Spiegel-Interview weitere Aspekte gegen die unsinnige Prohibition einer der sanftesten Drogen ein:

„Wenn Menschen eine gesundheitsgefährdende Substanz zu sich nehmen wollen, müssen sie das dürfen. Darin unterscheidet sich ein freiheitlicher Rechtsstaat von anderen Systemen:

Erwachsene haben selbst die Verantwortung für ihre Freizeitvergnügen, auch für riskante Aktivitäten. Erst wenn es um unerträgliche Schädigungen Dritter geht, kommt das Strafrecht ins Spiel. Bis dahin gibt es eine ganze Reihe anderer, fein abgestufter Interventions- und Steuerungsmöglichkeiten.“

Die gefährlichsten Drogen sind legal

Die gefährlichste Droge in Deutschland ist eindeutig der Tabak, gefolgt vom Alkohol – und beide überall im Lande frei zu kaufen.

An dem Stoff aus der Flasche sterben bei uns in Deutschland jährlich mindestens 74.000 Menschen. Ca. 9,6 Liter reinen Alkohol trinkt der Durchschnitts-Deutsche (meinen Schnaps muss allerdings jemand anders mittrinken…) und ungefähr 2 Millionen Menschen sind bei uns alkoholabhängig.

Auch der frei zu kaufende Tabak hat es in sich, daran sterben in Deutschland jährlich sogar 120.000 Menschen.

Durch Hanfgenuss ist bisher noch kein einziger Todesfall bekannt geworden – ob das der Grund sein könnte, warum Politiker ausgerechnet die sanfteste Droge entgegen der Entwicklung im Rest der Welt verboten halten?

Damit treiben sie die Hanfraucher in die Arme von Straßendealern, bei denen dann immer wieder gefragt wird: „Möchtest Du vielleicht auch etwas Härteres? Chrystal, Crack, Koks, Extasy oder Heroin vielleicht?“ Es wird dringend Zeit für eine Drogenpolitik 4.0 in Deutschland!

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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1 Antwort zu Kriminalbeamte fordern Ende des Cannabisverbots

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