Kryptoradio: Mit Bitcoins über DVB-T bezahlen :)

Kryptoradio2In Zukunft liegt das Geld angeblich in der Luft: Bitcoin-Transaktionen sollen über DVB-T abgewickelt werden können. Kryptoradio startet am 1. September 2014 ein Pilotprojekt dazu in Finnland.

Statt wie bisher über das Internet sollen nach einem aktuellen Bericht von Golem zukünftig Zahlungen mit Kryptowährungen wie Bitcoins oder die Guttenberg-Taler (Opencoin) über die Fernsehsender von DVB-T möglich sein.

Fernsehsender angeblich sicherer als das Internet

Damit soll der Zahlungsverkehr nicht nur sicherer gemacht werden, sondern auch dort möglich sein, wo es kaum Zugang zum Internet gibt. Das Kryptoradio-Team will ab dem 1. September 2014 in Finnland ein Pilotprojekt starten.

Die Übertragung von Transaktionen und Blockchain-Informationen über DVB-T sei wegen der Flexibilität der digitalen Übertragungsplattform ideal, schreiben die Verfechter des Kryptoradio-Projekts. Selbst das Übertragen von 10 Mbyte großen Blöcken ohne Unterbrechung sei möglich. Mit der entsprechenden Fehlerkorrektur könne eine weitgehend fehlerfreie Übertragung gewährleistet werden, sagen die Entwickler.

Das ist doch alles im Internet schon lange Standard – inklusive ausgefeilter Sicherheitsmechanismen. Und Fernsehen, auch digitales DVB-T, ist ein One to Many-Kanal und für One to One prinzipiell überhaupt nicht konzipiert.

Wenn der erste Cyberkriminelle oder besser Fernsehkriminelle mit einem 5-Euro-Sender am Laptop an Bord seines Autos an der Tankstelle gesichtet wird, dann sollten wir nochmal über Sicherheit reden…

Füllmaterial für’s Sommerloch!

Wirklich überzeugende Begründungen für den proprietären One-Direction-Carrier DVB-T finden sich bei Kryptoradio aber nicht. Und Sprüche wie “Bitcoins in the air” machen es auch nicht nachvollziehbarer, dass Bitcoin-Transaktionen über DVB-T-Fernsehsender, also das sogenannte “Überall-Fernsehen”, mehr Sinn machen als wie gehabt über das Internet.

Ohne jetzt einzeln in technische Details gehen zu wollen, muss ich schon feststellen, dass hier eigentlich alles für das Internet spricht und wirklich nichts für die Fernsehsender.

Man könnte das ganze entweder für einen verspäteten Aprilscherz oder aber für Füllmaterial für das nachrichtenarme Sommerloch halten.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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