Kürschnergate zeigt die Medienkompetenz des Bundestages

Gestern zeigte die „Kürschnergate„-Affäre  die mangelnde Medienkompetenz des Bundestages überdeutlich. Es ging darum, dass die Infostelle per Email allen 4.000 Empfängern mitteilte, dass der „Kürschner“, also das Handbuch zum Bundestag und seinen Abgeordneten, in einer neuen Version vorliegt.

Bei dieser Email wurden natürlich alle 4.000 Adressaten gemeinsam ins CC-Feld gepackt, damit sie besser kuscheln können. Die Mitarbeiterinn einer grünen Abgeordneten bat dann per Email jemand anderen, ihr auch ein Exemplar mitzubringen – leider aber mit einem Klick auf „An alle antworten“. Weitere 4.000 Mails on the Road.

Wie es weiter geht, kann sich der Kenner schon vorstellen: Einige beschweren sich, andere wollen aus dem Verteiler raus. Das geht natürlich auch über „An alle antworten“. Und die ersten setzen noch einen kleinen Scherz an alle oben drauf, das ist ja so supi lustig.

Kurz darauf findet man schon erste Tweets mit Zitaten aus den Bundestags-Mails unter dem Hashtag #Kürschnergate bei Twitter. Gegen Mittag ruft dann die IT-Abteilung der Bundestagsverwaltung alle zur Ordnung, und der Spuk ist wieder vorbei.

Das sind also die Leute, die Regeln über Datenschutz in Europa machen wollen, ohne zu verstehen, wie die neuen Medien funktionieren. Sie erfinden sogar elektronische Radiergummis für’s Internet, obwohl selbst die Jugenschutz-Werbung seit Jahren weiß, dass das einfach nicht geht. Gute Nacht, Deutschland!

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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