Linux-Community blockiert University of Minnesota (UMN)

Diverse Medien berichten vom Ausschluss der University of Minnesota (UMN) vom Kernel-Team des Open Source-Betriebssystems Linux.

Ein Forschungsprojekt zur Kernel-Entwicklung

Dahinter steckt der Versuch von Informatikstudenten der UMN, zu Forschungszwecken fehlerhafte Patches einzubringen. Die beiden Forscher der UMN, Qiushi Wu und Kangjie Lu, schon vorher ihre Untersuchung mit dem Titel „Über die Machbarkeit der heimlichen Einführung von Schwachstellen in Open-Source-Software durch geheuchelte Beiträge“ auf Github veröffentlicht. Außerdem ist eine Präsentation der Ergebnisse auf dem kommenden IEEE Symposium on Security and Privacy Ende Mai vorgesehen.

An sich eine gute Sache, denn damit wird ja die Sicherheit der Vorgänge bei der Entwicklung von Open Source-Software auf den Prüfstand gestellt.

Die Forscher wiesen in einer Stellungnahme sogar explizit darauf hin, dass sie den betroffenen Betreuern des schadhaften Codes Bescheid gegeben hätten und die Patches deshalb nie in Entwicklungszweigen des Linux-Kernels gelandet seien. Man habe also sichergestellt, dass niemals Fehler oder Sicherheitslücken der Forscher in den Linux-Kernel eingepflegt wurden, um „echten Nutzern“ nicht zu schaden.

Ober-Linuxer Kroah-Hartman auf hohem Ross

Die Reaktion des Kernel-Entwicklers Kroah-Hartman nennen wenige konsequent, viele aber linuxtypisch überzogen: Der Mann sperrte gleich die gesamte Uni dauerhaft von der Entwicklung aus und entfernte sogar alle früheren Code-Beiträge der Universität ausnahmslos aus dem Kernel-Code.

Diese früheren Beiträge seien „offensichtlich in böser Absicht“ und „mit dem Vorsatz, Probleme zu verursachen“ übermittelt worden, schreibt Kroah-Hartman in einer Diskussion auf der Kernel-Mailingliste.

Vielleicht sollte der Mann sich nicht an Studenten, die Probleme in der Kernel-Entwicklung aufzeigen wollten, sondern besser an seinem eigenen internen Review-Prozess abarbeiten…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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