Regulierungsversuche bringen Kursverluste beim Bitcoin

Eine der häufigsten Fragen, die mir seit einigen Wochen gestellt werden, ist die, ob sich der „Einstieg“ in den Bitcoin noch „lohnt“. Nach dem Absturz der Kryptowährung gestern sieht es ja auf den ersten Blick so aus, als müsse die Antwort ein klares „Nein“ sein – ist es aber nicht.

Der Absturz war eine Reaktion auf Regulierungsversuche

Der Absturz hatte mit den Versuchen von China und Südkorea zu tun, das Kryptogeld zu regulieren, angeblich wegen des zu hohen Stromverbrauchs beim Mining. Als ob Energieverschwendung Politiker und Banker jemals gejuckt hätte, solange man damit Kohle machen kann…

Erschwerend kommen Befürchtungen hinzu, dass weitere Länder es wie die Asiaten machen könnten. Gerüchte über ein Verbot der Chinesen von Onlinediensten und Smartphone-Apps, mit denen auf ausländische Handelsplattformen zugegriffen werden kann, tun das ihre dazu.

Und auch deutschen Politikern und Bankern ist eine Währung, die sie nicht kontrollieren können, ganz offensichtlich ein Dorn im Auge. Erst gestern hatte Bundesbankvorstand Joachim Wuermeling Schritte zur Regulierung des Bitcoin nur noch als eine Frage der Zeit bezeichnet.

Bitcoin so sicher oder so unsicher wie DAX-Aktien

Dieselbe Zockerei, die man seit einem guten Jahr beim Bitcoin sieht und die den Kurs immerhin um 2.000 Prozent von 1.000 auf 20.000 Dollar getrieben hatte, findet doch auch bei den stinknormalen Aktien statt. Der deutsche Leitindex DAX steht schließlich aktuell heute bei 13.200 Zählern – dabei sind die dahinter stehenden Unternehmen keine 3.000 wert.

Es ist doch nur das von EZB-Chef Mario Draghi seit Jahren ausgeschüttete Billiggeld, das man in Negativzins-Zeiten nirgends anders gewinnbringend anlegen kann, als in Aktien, selbst wenn deren Wert nur einen Bruchteil des Kurses ausmacht.

Das ist wie bei des Kaisers neuen Kleidern: So lange alle mitmachen, besteht keine Gefahr für die Anleger. Und das gilt eben nicht nur für die Aktien, sondern auch für den Bitcoin.

Und wer doch unsicher geworden ist, kann ja den Bitcoin inzwischen auch schon als Future kaufen und so nicht nur mit steigenden, sondern auch mit fallenden Kursen Kohle machen. Allgemein gilt da der Satz, dass Vorhersagen immer schwierig sind, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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