Matroschkas, abstrakte und konkrete Bedrohungen

MerkelHorchUndGuckWas die NSA und andere Geheimdienste mit unseren Grundrechten und unserer Privatsphäre machen, zeigt sich wie eine invertierte Matroschka-Puppe. Schon fast täglich gibt es neue Enthüllungen darüber, wie und in welchem Umfang wir von den Schlapphüten und ihren Verbündeten, den Politikern und Internetkonzernen abgehört und ausspioniert werden.

Im Unterschied zu den Matroschkas, bei denen die nächste Puppe ja immer kleiner ist als die vorherige, ist es bei den bekannt werdenden Abhöraktionen umgekehrt: die neu bekannt werdenden Fakten sind immer noch schlimmer, als die vorherigen.

Vorgestern wurde bekannt, dass alle sogenannten „sicheren Verbindungen“ (SSL) wie zum Beispiel unser Online-Banking oder die angeblich sichere „DE-Mail“ durch die Geheimdienste entweder umgangen oder geknackt werden – die können wirklich jede Überweisung von uns mitlesen, noch während wir sie schreiben, und die geilen Fotos aus unseren verschlüsselten Mails abzufangen ist für die weniger als eine Fingerübung.

Heute kann man im Spiegel unter dem Titel „Champagner“nachlesen:

Das Mail-System von BlackBerry soll unknackbar sein. Doch nach SPIEGEL-Informationen kann der US-Geheimdienst NSA neben iPhones und Android-Telefonen auch diese Daten auslesen. Als Blackberry 2009 seinen Standard änderte, brauchte das britische GCHQ nur Monate, um ihn zu knacken.

Demnach ist es der NSA möglich, nahezu alle sensiblen Informationen eines Smartphones auszulesen, etwa Kontaktlisten, den SMS-Verkehr, Notizen, Fotos und Aufenthaltsorte seines Besitzers.“

Egal, ob Sie ein iPhone oder ein Android-Amartphone nutzen – die NSA und damit letztendlich auch Merkel weiß genau, wo Sie gerade sind.

Am meisten wundert mich, dass kaum jemand das irgendwie schlimm findet. Und damit meine ich nicht die gehirnamputierten Ignoranten, die gerne ins hingehaltene Reportermikro sagen: „Ich finde das nicht schlimm, ich hab ja nichts zu verbergen.“

Vermutlich liegt das daran, dass diese unerträgliche Bespitzelung mehr als abstrakte Bedrohung wahrgenommen wird, man merkt es ja beim Schreiben einer Email oder beim Online-Banking nicht, dass einem da konkret dauernd irgendwelche Beamte, Spione oder Politiker über die Schulter gucken. Sie tun es aber, immer und überall, und speichern alles ab, um es später in Ruhe analysieren und gegen uns verwenden zu können.

Wenn man direkt und offen sichtbar eine Kamera mit Mikrofon in der Wohnung dieser Leute installieren wollte, würden sie vermutlich schon etwas dagegen haben, ganz besonders, wenn an der Cam noch eine kleine LED blinkt.

Ich würde mir wünschen, dass noch möglichst viele Leute rechtzeitig vor der Bundestagswahl am übernächsten Wochenende dahinterkommen, damit sie sich bei Stasi-Merkels CDU per Stimmzettel bedanken können…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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