MediaMarktSaturn baut rund 4.000 Stellen ab

Man kann es als die ersten Vorboten der anstehenden Pleitewelle sehen, die sicher nach dem Ende des coronabedingten Insolvenzschutzes (ab September) übers Land rasen wird: Nach vielen Meldungen über Personalabbau und andere Maßnahmen zum Kostensparen in der Auto-, und Touristik-Branche planen auch der Elektronikhändler MediaMarktSaturn und sein Mutterkonzern Ceconomy einen umfassenden Personalabbau.

Die Rettungspläne der Mutter Ceconomy

Internen Plänen zufolge sollen insgesamt ca. 4.000 Vollzeitstellen abgebaut werden. Der Aufsichtsrat von Ceconomy tagt am 12. August und soll den Sparplan dann absegnen.

Es ist vorgesehen, die unterschiedlich aufgestellten Management-Teams in den Landesgesellschaften zu vereinheitlichen und so den Konzern stärker zu zentralisieren. Ceconomy bestätigte schon, dass dadurch bis zu 3.500 Jobs wegfallen werden.

Außerdem will der Vorstand von MediaMarktSaturn auch unrentable Filialen schließen, das soll in einer ersten Stufe rund 20 Läden betreffen. Dadurch fallen dann ca. 500 weitere Stellen weg. Zuletzt beschäftigte der Konzern knapp 48.000 Mitarbeiter auf Vollzeitbasis.

MediaMarktSaturn war schon vor Corona in Schwierigkeiten

Schon im vorigen Jahr hatte MediaMarktSaturn einen Sparplan aufgelegt, durch den schon ca. 600 Stellen wegfielen. Mit diesem Sparplan sollten die Kosten um bis zu 130 Millionen Euro gesenkt werden. Jetzt sind weitere Einsparungen von bis zu 128 Millionen Euro angedacht, davon rund 100 Millionen Euro nur durch die Vereinheitlichung der Strukturen des Unternehmens.

Der Elektronikhändler litt schon unter einer Umsatzflaute, und die nachfolgenden Ladenschließungen durch die Coronakrise verschärften die Lage noch weiter. Experten sehen bei dem Unternehmen aber auch über die Coronakrise hinaus großen Handlungsbedarf.

Tod auf Raten?

Hier kann man durchaus die Frage stellen, ob MediaMarktSaturn nicht auch zu den Unternehmen gehört, bei denen die noch in diesem Monat ausgesetzte Insolvenzpflicht nicht etwa ein solides Unternehmen durch schwere Coronazeiten bringt, sondern eher bei einem im Kern kranken Unternehmen das Sterben nur verlängert…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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