Mercedes nimmt zu viel versprechenden Werbespot zurück

Autohersteller Mercedes-Benz hat mit seinem Werbespot für die neue E-Klasse US-amerikanische Verbraucherschützer deutlich verärgert. In dem recht kurzen Spot erweckte der Konzern den Eindruck, das im Frühjahr vorgestellte Modell verfüge über dieselben Fähigkeiten beim autonomen Fahren wie die futuristische Konzeptstudie F 015 von Mercedes.

“Die Anzeige führt wahrscheinlich zur Täuschung vernünftiger Verbraucher, indem die E-Klasse als selbstfahrend dargestellt wird, obwohl sie es nicht ist”, wird in einem Beschwerdebrief von Consumer Reports an die US-Handelsbehörde FTC formuliert.

Im Spot (siehe Video) fährt zunächst die Konzeptstudie autonom auf einer nächtlichen Straße. Eine Stimme aus dem Off fragt: “Ist die Welt wirklich bereit für ein selbstfahrendes Auto? Ein selbstständig denkendes Auto, dass Menschen innerhalb und außerhalb schützt? Bereit oder nicht, die Zukunft ist da.”

Nun überholt eine neues E-Klasse-Modell die Konzeptstudie und kann sehen, wie der Fahrer seine Hand vom Lenkrad nimmt. Für die Verbraucherschützer reicht es nicht, wenn in dem Spot kleingedruckt zu lesen ist: “Das Auto kann nicht selbstständig fahren, hat aber autonome Funktionen.”

Nach Angaben von Automotive News hat Mercedes diesen Werbespot inzwischen gestoppt. Der Konzern wolle eine “mögliche Verwirrung” der Käufer vermeiden, erläuterte Firmensprecherin Donna Boland. Die Sprecherin räumte darüber hinaus ein, dass nach dem Bekanntwerden eines tödlichen Unfalls mit einem Tesla Model S Anfang Juli auch eine Printanzeige modifiziert worden sei.

Das macht den Unterschied zwischen den USA und Europa aus: Falsche Versprechungen mit bösen Folgen können Unternehmen in den Vereinigten Staaten richtig viel Geld kosten – in der EU gehen besonders die Käufer von Produkten bei Problemen dieser Art in der Regel nahezu leer aus…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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