Microsoft-Entwickler verteidigt DRM bei XBox One

ps4_2013Unter der schon fast zynischen Bezeichnung „Digitales Rechte-Management (DRM)“ will Microsoft potentielle Käufer seiner neuen Spielekonsole XBox One völlig rechtlos stellen.

Bei Golem lässt sich jetzt nachlesen, wie ein anonymer angeblicher Microsoft-Entwickler versucht, Verständnis für die rabiaten Einschränkungen der neuen Spielekonsole XBox One bei den Spielern zu wecken. Da heißt es:

Ein anonymer Entwickler, der nach eigenen Angaben bei Microsoft an der Xbox One arbeitet, verteidigt Microsofts DRM-Strategie für die Xbox One. Es gehe darum, eine Art Steam für Konsolen zu schaffen, die Preise für Spiele zu senken und dafür zu sorgen, dass mehr Geld bei den Entwicklern und weniger bei Gebrauchthändlern ankomme.

Das gesamte Machwerk dieses angeblichen Microsoft-Entwicklers, das dieser ausgerechnet auf der bei Hackern beliebten Plattform Pastebin veröffentlicht hat, klingt wie der Versuch, Menschen in Zentralafrika Heizgeräte zu verkaufen…

Und wer keinen Onlinezwang haben will oder einfach nicht die dafür nötige Internetverbindung hat, wer die gekauften und nach einiger Zeit langweiligen Spiele auch weiterverkaufen möchte, um mit dem Erlös neue zu finanzieren, wer nicht möchte, dass amerikanische Behörden (und in Zukunft sicher auch europäische Hilfsarbeiter von datengeilen Politikern) besser in sein Wohnzimmer hineinsehen und hineinhorchen können als noch seinerzeit die DDR-Behörde „Horch und Guck“ (die StaSi), der soll doch eine ältere Konsole zum Spielen benutzen oder sich eine Playstation 4 von Sony kaufen, meint dieser merkwürdige Microsoft-Mitarbeiter.

Dabei hätten die Manager des schwer angeschlagenen japanischen Konzerns Sony diesen Kundenbetrug auch gerne mitgemacht, hatten aber zu viel Angst vor den Reaktionen der potentiellen Kunden.

Sony konnte sich ja vorher anschauen, wie die Netzgemeinde auf  Microsofts unverschämte Bedingungen zur Nutzung der XBox One reagiert hat – und da kam wohl Muffensausen in der Managerhose auf.

Diese Bestrebungen aus den USA, alles nur noch zu vermieten und nichts mehr zu verkaufen außer „Nutzungsrechte“, die man ehrlicher „Nutzungsverbote“ nennen müsste, nur um zu vermeiden, dass der Kunde Eigentumsrechte geltend machen kann, lassen sich mit einer Autoindustrie vergleichen, die keine Autos mehr verkauft, sondern nur noch zu gesalzenen Preisen Taxis bereithält.

Die einzigen, die in diesem abgekarteten Spiel der Monopoly-Fraktion des Planeten Erde gut im Sinne von Microsoft & Co. reagiert haben, sind der europäische und besonders der deutsche Verbraucherschutz.

Ich vermute, dass die zuständige Ministerin Ilse Aigner von der CSU schon ein kostenloses, lebenslanges Nutzungsrecht für Microsoft Office in der Cloud eingeräumt bekommen hat – und das gönne ich der direkt nach der allerblödesten Bundesministerin Kristina Schröder Nummer Zwei in der Riege der schwarzgelben Blindfische und Abkassierer im Ministerrang von ganzem Herzen.

Vielleicht lernt sie ja doch mal etwas, wenn sie sieht, dass ihre amerikanischen Verhandlungspartner schon Kopien ihrer eigenen internen Verschlußsachen in den Unterlagen haben…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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1 Antwort zu Microsoft-Entwickler verteidigt DRM bei XBox One

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