Missbrauch der Corona-Listen aus Restaurants

Es ist, wie es Mahner schon immer verkünden: Wann immer der Staat uns Bürger (oder unsere Provider) verpflichtet, persönliche Daten für ganz bestimmte hehre Zwecke herauszurücken, überkommt seine „Staatsdiener“ die Begierde – und sie benutzen Ihre Daten für die Verfolgung aller möglichen kleinen Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten.

So gerade wieder in Hamburg geschehen: Dort hat die Polizei die Corona-Gästelisten eines Restaurants ausgewertet, um schnell und bequem Zeugen für eine vermutete Straftat zu finden.

Rechtsanwalt Phillip Hofmann hatte das schon am letzten Donnerstag getwittert. Nach einem Bericht der Berliner Tageszeitung (taz) hatte ein Mann in der Hamburger Neustadt angeblich Gäste des asiatischen Lokals Loving Hut und Passanten mit einem Teppichmesser bedroht:

„Gerade n Anruf von @Davidwache bekommen. Die telefonieren die „Corona-Reg.-Liste“ eines Restaurants ab und dringen auf Hinweise zu einer mutmaßl nahe der Lokalität begangenen Straftat. Klingt nach nem Fall für den HmbBfDI“

Man muss also mit dem Missbrauch der Daten rechnen

Inwieweit Beweismittel, die möglicherweise unter Verstoß gegen Datenschutzrecht erlangt worden sind („Früchte vom verbotenen Baum“), überhaupt im Prozess verwertet werden dürfen, kann ich leider nicht sagen, dazu bin ich zu sehr Informatiker und zu wenig rechtskundig.

Wenn allerdings mein Provider meine persönlichen Daten angeblich wegen Verdacht auf Terrorismus oder Kinderporno an die Polizei herausgibt, kann es mir auch bei erwiesener Unschuld locker passieren, dass ich noch ein Knöllchen bekomme, weil meine Daten mich des Falschparkens überführt haben. Das nennt man dann wohl Beifang.

Wie viele Bürger sich gegen den Daten-Missbrauch schützen

Bei einem Essen mit Freunden im Restaurant sah ich dann auf den Zetteln, die man ausfüllen sollte, dass keiner am Tisch seinen echten Namen und seine echte Telefonnummer angegeben hatte – ich auch nicht!

Foto: Pixabay

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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