Morgen Zalando, übermorgen Rocket – dann der Absturz

zalando-logoDeutschland erwartet morgen den größten Börsengang des Jahres. Der Online-Modeversandhändler Zalando der Berliner Samwer-Brüder soll an die Börse gebracht werden und bei einem Emissionspreis von 21,50 Euro gut 600 Millionen an der Börse einsammeln – das scheint sogar zu gelingen.

Einen Tag später wollen die Samwers auch ihre vornehm „Inkubator“, richtiger aber Kopierschmiede zu nennende Firma „Rocket Internet“ für satte 1,6 Milliarden an den Anleger bringen.

Was ist von den Samwer-Brüdern zu halten ?

Die Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer werden im englischsprachigen Raum „Copycats“ genannt. Sie kopieren jedes Modell und jede Internetseite, die irgendwo in der Welt erfolgreich läuft, lassen die Kopie unter Kontrolle des „Inkubators“ Rocket Internet eine Zeitlang groß werden und verscherbeln dann die Kopie meistbietend – wie morgen Zalando. Aktuell werden bei Rocket gerade ca. 50 neue Kopien „ausgebrütet“, von denen selbst die 20 größten allesamt noch rote Zahlen schreiben.

Was ist von Zalando zu halten?

Zalando ist auf alle Fälle keine Geldmaschine, eher im Gegenteil. Das trifft übrigens auch auf Rocket Internet zu. Bei Zalando wird immerhin jede zweite Bestellung von den Kunden kostenfrei wieder zurück geschickt – ein solches Geschäftsmodell kann dauerhaft keinen Erfolg haben. Und ohne den lockeren Umgang mit Retouren geht natürlich der Umsatz zurück.

Was ist von der Börse zu halten?

Sie brauchen doch nur auf die Haben-Zinsen Ihrer Hausbank zu gucken, um zu sehen, dass man heute für Geld kein Geld mehr bekommt. Kein Wunder, denn ein Italiener namens Draghi, der Chef der Europäischen Zentralbank EZB, hat die Letzinsen am 4.9., also vor gut drei Wochen, auf unfassbare 0,05 Prozent herabgesenkt.

Deshalb geht das Geld zurzeit an die Börse. Jeder weiß, dass die dort aktuellen Kurse keineswegs die Leistungsfähigkeit der gehandelten Firmen darstellen, sondern nur eine Nebenwirkung des billigen Geldes von Mario Draghi sind, das hier die einzige Möglichkeit nutzt, mit Geld noch Geld zu verdienen.

Wenn der Schwachsinn so weiter geht, muss man bald Geld dafür bezahlen, dass man Geld zur Bank bringen darf – dieser Negativzins wird schon diskutiert.

Irgendwann wird es dieses billige Geld allerdings nicht mehr geben. Das ist dann wie die Reise nach Rom: Wer immer zu dem Zeitpunkt noch an der Börse engagiert ist, an dem die Kurze zusammenbrechen wie ein Kartenhaus, der bezahlt die von Draghi aufgemachte Rechnung!

Gibt es ein Fazit?

Ja, ein Fazit dazu gibt es: Wenn Sie kein ausgebuffter Zocker mit Unmengen an Geld sind, das ihnen auch bei Totalverlust nicht wehtut, hauen Sie rein und kaufen Sie alles, was sie an Zalando und Rocket kriegen können.

Zur Not haben Sie dann Klopapier für den Rest Ihres Lebens. Ansonsten aber: Finger weg von dem Schrott – egal was mitverdienende Banken oder die Börsenversteher von ntv Ihnen weismachen wollen…

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
Dieser Beitrag wurde unter Internet, Kommentar, News, Sicherheit, Tipps und Tricks, Wirtschaft abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Kommentare zu Morgen Zalando, übermorgen Rocket – dann der Absturz

  1. Pingback: Heute bringen die Samwer-Copycats Rocket an die Börse | Klaus Ahrens: News, Tipps, Tricks und Fotos

  2. Pingback: Die Samwer-Copycats bringen Rocket Internet an die Börse | webwork-magazin.net

  3. Pingback: Die Copy Cats verbrennen Kohle im Turbo-Modus | Klaus Ahrens: News, Tipps, Tricks und Fotos

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.