Musik-Streaming in Deutschland weiter auf dem Vormarsch

Musikverkauf-2013Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) meldet, dass sich im ersten Halbjahr 2014 der Umsatzes mit Musikstreaming in Deutschland nahezu verdoppelt hat. Die Nutzerzahlen des Streamings sollen sich im Vorjahresvergleich sogar verdreifacht haben.

Am Streaming kann sich die ach so raubkopiengeplagte Musikindustrie richtig laben, denn die Umsätze haben sich verdoppelt und im abgelaufenen Monat Juni gab es zum ersten Mal mehr als eine Milliarde Streams in Deutschland.

StreamingDE2014Der Erlös aus abonnementbasierten und werbefinanzierten Streaming-Diensten hat sich von 30,1 Millionen Euro in der ersten Hälfte 2013 auf 57,4 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2014 fast verdoppelt. Das teilte der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) am 9. Juli 2014 auf Basis einer Erhebung unter seinen Mitgliedern mit.

Wir kaufen keine Musik mehr, sondern nur noch Rechte

Wenn Sie die Musik, für die Sie Geld bezahlen mussten, nicht mehr hören möchten, können Sie sie nicht weiterverkaufen – Sie hatten ja beim Streaming nie einen Datenträger mit der Musik in Händen. Wenn Sie den Vertrag kündigen, ist die Musik weg – und die Kohle auch. Auch wenn Sie von Apples iPhone auf ein Android-Smartphone umsteigen wollen, müssen Sie die Musiksammlung erneut bezahlen. Das ist das Prinzip des amerikanischen “Rechteverkaufs”.

Es ist eine gefährliche Entwicklung, die nicht nur beim Verkauf von Musik auftritt, sondern auch bei Investitionsgütern, Software oder Speicherplatz wild ins Kraut schießt. Die Unsitte stammt aus den USA – woher auch sonst?

Was man kauft, sollte man auch anfassen können

Wenn man früher eine CD gekauft hat, egal ob Musik oder ein Computerprogramm drauf war, konnte man sie weiter verkaufen, wenn man sie nicht mehr nutzen wollte. Man hatte wirklich ein physikalisches Produkt zum Anfassen in der Hand.

Alle Versuche der Amis, die Lizenz zunächst bei Computerprogrammen als persönliche, nicht übertragbare Nutzungserlaubnis zu sehen und so den Wiederverkauf zu verhindern, scheiterten seinerzeit an deutschen und europäischen Richtern mit Weitblick.

Internet-Clouds und Smartphones als Türöffner

Mit der Kombination aus Smartphones und dem Internet kam dann die zweite Chance für die amerikanischen Straßenräuber – und sie haben sie genutzt, wie die Zahlen des Streamings beweisen.

Die Kids kriegen sie mit Centbeträgen pro Musikstück dran oder erlauben das werbefinanzierten Streaming bei dem die Nutzer mit Werbung zugemüllt werden. Wer seine Musiksammlung nicht jederzeit via Cloud auf seinem Smartphone vorführen kann, hat doch heute schon abgeloost. Und dass man Musik auch als Datei auf einem Smartphone speichern kann, wissen die meisten aus der Generation Facebook doch gar nicht mehr.

Kleine Preise für Cloud und Office365 als Einstiegsdroge

Mit auf den ersten Blick kleinen Preisen werden die geschäftlichen Benutzer angelockt. Ein komplettes Office für 5,75 € pro Monat klingt ja erst mal günstig. Dass das cloudbasierte Office365 schon im zweiten Jahr teurer ist als die gute alte Boxversion fällt da nicht sofort auf. Und auch nicht, dass die NSA dann ab sofort alle geschäftlichen Dokumente mitliest.

Und auch die Geschäftsleute werden erst wach, wenn ihre Produkte in Asien oder anderswo nach Originalplänen nachgebaut werden und wenn jedes Angebot an einen wichtigen Kunden von Anbietern aus den USA unterboten wird – denn die kennen ja das deutsche Konkurrenzangebot dank Microsoft Office365 und der NSA.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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