NSA spioniert 50.000 Netzwerke über Spähsoftware aus

NSAHeadFortMeadeMarylandDie NSA soll nach Informationen der niederländischen Zeitung nrc Handelsblad unter Berufung auf Dokumente des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden weltweit über 50.000 Computernetzwerke mit Schad-Software infiltriert haben, um an nicht-öffentliche Informationen zu gelangen.

Die Informationen gehen aus einer Präsentation der NSA aus dem letzten Jahr hervor, die im Mix aus Überwachungsmaßnahmen neben Unterseekabeln und NSA-Standorten auch Zugriffe durch „Computer Network Exploitation“ – also ausgespähte Computernetzwerke – aufführt.

Welche Art Netzwerke genau betroffen ist, geht aus dem Dokument nicht hervor;  es dürfte sich dabei aber sehr häufig um kommunikationsrelevante Systeme wie die von Telecom-Anbietern handeln.

Dass die NSA und ihre Partner-Geheimdienste solche Angriffe durchführen, ist schon länger bekannt. So soll der GCHQ beispielsweise hinter einem Spähangriff auf den belgischen Telekommunikationsdienstleister Belgacom stecken. Laut Washington Post unterhält die NSA für solche Malware-Angriffe eine eigens dafür eingerichtete Hacker-Einheit namens TAO (Tailored Access Operations).

Neu ist vor allem die Information über das Ausmaß der Computerspionage des US-Geheimdienstes: Sprach die Washington Post vor ein paar Monaten noch von 20.000 Zugriffspunkten im Jahr 2008, ist die Anzahl der infizierten Netze anscheinend bis 2012 auf mehr als 50.000 gestiegen. Mit eingeschleuster Trojaner-Software ist die NSA in der Lage, in den jeweiligen Netzwerken Router und Rechner unter ihre Kontrolle zu bringen und dann bei Bedarf aus der Ferne Kommunikation mitzuschneiden und Daten abzugreifen.

Als ein Ziel bis 2016 möchte der Geheimdienst sein „Arsenal“ zum Brechen von Verschlüsselungstechnik aufstocken, denn immer mehr an Sicherheit interessierte tauschen ihre Daten nur noch verschlüsselt aus.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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