Offenbarungseid für Google+

In einem ehrlichen und deutlichen Beitrag, der eigentlich nicht zur Veröffentlichung gedacht war, hat sich Google-Entwickler Steve Yegge mit vernichtender Kritik zu Google+ geäußert. Er hält das Produkt Google+ für einen völligen Fehlgriff, weil es ohne eine Programmierschnittstelle (API) gestartet ist. Er sagte unter anderem, Google+ sei „das beste Beispiel für unser komplettes Unverständnis für Plattformen“.

Steve Yegge hat über sechs Jahre für Amazon und danach über sechs Jahre für Google gearbeitet und wollte mit seinem Beitrag Bilanz ziehen. Er äußerte, das Unverständnis für Plattformen ziehe sich durch den Konzern vom absoluten Top-Management mit Vorstandschef Larry Page und Aufsichtsratschef Eric Schmidt bis hinunter zum einfachen Angestellten.

Google+ ist nach seiner Auffassung „nur ein Reflexreaktion, eine Musterbeispiel für kurzfristiges Denken, die auf der falschen Annahme basiert, Facebook sei erfolgreich, weil es ein Spitzenprodukt habe.“

In Wirklichkeit sei Facebook aber deshalb so erfolgreich, weil es eine Plattform gemacht hätte, bei der Andere die Arbeit erledigen, meint Yegge. Der Beitrag wurde zwar schnell entfernt, ist aber als Repost auf mehreren Google+ – Seiten zu finden.

Ich war inzwischen einige Male in Google+ und habe mich in der Tat gefragt, ob da auch echtes Leben existiert, oder ob ich mich in einer Me-Too-Welt bewege. Respekt für die offene und ehrliche Stellungnahme von Steve Yegge! Hoffen wir, dass Google sich nicht „bedankt“, eigentlich sollten die hohen Herrschaften für diese frühe Erkenntnis sehr dankbar sein.

Über Klaus

Ich beschäftige mich schon seit 40 Jahren mit dem Internet. Meine Schwerpunkte sind Seitenerstellung, Programmierung, Analysen, Recherchen und Texte (auch Übersetzungen aus dem Englischen oder Niederländischen), Fotografie und ganz besonders die sozialen Aspekte der "Brave New World" oder in Merkel-Neusprech des "Neulands".
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